Keine Angst vor der Globalisierung

Die Konjunkturaussichten sind aufgrund der Turbulenzen auf dem amerikanischen Kreditmarkt und ebenso wegen der damit verknüpften europäischen Teilmärkten etwas gedämpft worden. Doch ist wirklich eine starke Abkühlung oder gar Abgleiten der Wachstumsraten ins Negative, in eine Rezession zu befürchten? Steigen die Arbeitslosenzahlen nun wieder statt weiter zu sinken?

Nicht nur der Kreditmarkt beeinflusst die Konjunktur

Hier spielen wesentlich mehr Faktoren eine Rolle als nur der amerikanische Kreditmarkt und die davon stark abhängige Konsumentennachfrage. Selbst die deutschen Exporte in die USA dürften weniger mit Konsumgütern als mit Investitionsgütern zu tun haben. Davon abgesehen dürfte der typische amerikanische Porsche- oder BMW-Fahrer von Kreditproblemen relativ unberührt bleiben.

Neue Märkte für Europa

Für Deutschland wie für ganz Europa sind jedoch andere Märkte wichtiger als der amerikanische. Dies zeigt auch der Dollarkurs und manche Äußerung von einer möglichen zukünftigen Weltwährung Euro. Hohe Wachstumsraten werden woanders erzielt. Nicht nur China, sondern auch Indien und andere asiatische Länder halten die Weltwirtschaft in Schwung. Russlands Aufschwung ist keineswegs nur vom Energieexport getragen. Inzwischen treibt auch eine starke Binnennachfrage und der IT-Sektor das russische BIP in beständig neue Höhen. Doch so weit müssen wir gar nicht blicken. Schon unsere Nachbarländer Polen und Tschechien erleben wie auch die anderen Erweiterungsländer der EU im Osten einen dauerhaften Boom. Dennoch besteht in Mittelosteuropa noch auf lange Sicht ein hoher Nachholbedarf, was das Wohlstandsniveau und damit auch die Nachfrage der Bevölkerung angeht.

Steinreiches Indien?

In Indien leben vier der zehn reichsten Weltbürger. Allein dies sollte verdeutlichen, welches Potential der indische Subkontinent aufzuweisen hat. Die
drei reichsten Inder besitzen so viel Vermögen wie die 40 reichsten Chinesen zusammengenommen. Das Land hat die höchste Milliardärsrate in Asien – allein im letzten Jahr ist ihre Zahl um 18 auf 54 gestiegen. Dennoch müssen 400 Millionen Inder immer noch von weniger als einem Dollar pro Tag leben. Und das in einer Demokratie. Doch gerade die Tatsache, dass Indien anders als China demokratisch verfasst ist, lässt vermuten, dass auch diese armen Inder, bzw. ihre Kinder, bald zunehmend vom Aufschwung profitieren und mit ihrer Nachfrage auch die europäischen, besonders die deutschen Exporte weiter beflügeln. Untypisch für die deutsche Wirtschaft ist die momentan sehr starke Beitrag der Binnennachfrage zum Wirtschaftswachstum in Deutschland. Ob sich hier ein langfristiger Wandel vollzieht wird sich erst in der Zukunft zeigen (2).

Weltweiter Investitions- und Konsumhunger

Das von den Menschenmassen in China, Indien, Russland aber auch südamerikanischer Länder wie Brasilien zu erwartende Nachfragepotential macht wohl die Amerikaner, die sich mit ihren Krediten verspekuliert haben und in Zukunft weniger stark konsumieren werden, zu einer zu vernachlässigenden Größe. Insbesondere China investiert dauerhaft derart massiv in seine Infrastruktur, dass nicht davon auszugehen ist, den deutschen Exportfirmen ginge hier bald ein dynamischer Absatzmarkt verloren. Im Gegenteil, China zieht uns auch durch seinen starken Exportzuwachs mit in weitere Höhen, da schließlich die Produktion chinesischer Exportgüter nicht zuletzt deutsche Maschinen gekauft werden.

Dennoch sind die Vereinigten Staaten mit ihrer sehr wandlungsfähigen und reformfreudigen liberalen Wirtschaftsordnung vielleicht schneller im Kreis der Wachstumsmotoren zurück, als die derzeitigen Unkenrufe es vermuten lassen. Sogar wenn nun auch Verbraucherkredite und Kreditkartenkredite in Milliardenhöhe abzuschreiben sein sollten. Entscheidend für das Wachstum wie in der Folge die Konsumkraft ist letztlich die Produktivität und Innovationsfreudigkeit eines Landes. Besonders mit letzterer nehmen die USA weltweit neben Japan eine Spitzenstellung ein, die ihnen kaum jemand so bald streitig machen kann.

Deutscher Export gibt nicht nach

In Deutschland wird auch in Zukunft der
Maschinenbau, der auf nun schon jahrhundertealter Ingenieurskunst basiert, für beständiges Wachstum sorgen. Der hohe Dollarkurs wird daran nicht nachhaltig etwas ändern können. Nur 22 Prozent der Exporte gehen in den Dollarraum, neun Prozent davon in die USA und schon sieben Prozent nach China, das möglicherweise auch einmal in Euro zahlen möchte.

Investitionshilfe für Europa durch Staatsfonds

Eher positiv denn negativ sollte die Aktivität von Staatsfonds eingeschätzt werden, auch wenn das bei deutschen Politikern mitunter anders aussieht (2). Egal ob russische, chinesische oder andere Investitionen und Firmenkäufe: Alle Transaktionen in Europa führen dazu, dass auf unserem Kontinent zwangsläufig durch die neue Liquidität weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Nach vielen Jahren mit Meldungen von Produktionsverlagerungen ins Ausland deutet sich inzwischen eine gegenläufige Tendenz an. Die Transport- und Organisationskosten und der Organisationsaufwand für das Management bei einer Produktion im Ausland und vor allem der Verlagerungsprozess dorthin kommt unter dem Strich nicht wirklich viel billiger, wenn man noch die deutsche Arbeitsqualität mit einbezieht.

Kopf hoch und forschen

Insgesamt und vor allem nüchtern betrachtet gibt es für uns Europäer keinen Grund zur Sorge. Zumindest dann nicht, wenn wir uns anstrengen und nicht nur Sonntagsreden halten, was den Stellenwert
von Bildung und Innovation angeht. Besonders in Deutschland scheinen manchmal auch die Weltmeister des Pessimismus zu sitzen. Zumindest in diesem Punkt, der positiven Sicht auf die Zukunft, könnten wir uns einmal eine Scheibe bei den Amerikanern abschneiden – weniger bei deren Kreditgebaren und überzogenem Konsum. Machen wir einfach, was wir schon immer am besten konnten – gute Maschinen bauen und an neuen Produkten forschen. Dazu gehört auch Grundlagenforschung, das heißt allgemeine Investitionen in Forschung und Entwicklung, ohne auf konkrete Ziele hinzuarbeiten. Die Wege des Forschers sind unergründlich und nicht plan- oder vorhersehbar Nicht vernachlässigen darf man dabei Allgemeinbildung und Geisteswissenschaften. Diese beiden Bereiche stellen die oft vergessene notwendige Basis für Demokratie, Rechtsstaat und sozialen Frieden, also auch wenige Streiks, dar, ohne die Güterproduktion nur sehr viel weniger effektiv abläuft.

Welt ohne USA

Die US-Ökonomie, an deren Tropf einmal die ganze Weltwirtschaft hing, scheint ins Trudeln zu kommen. Das managermagazin (11/2007; Printausgabe) widmet der „amerikanischen Malaise“ im Artikel „Nach der Orgie“ viel Raum und spricht von drei strukturellen Entwicklungen, mit denen die Wirtschaft und damit auch die Gesellschaft der USA die nächsten Jahre zurecht kommen müsse. Es gingen nämlich drei Trends ihrem Ende entgegen: der Produktivitätsboom, der Demographieboom und der Konsumboom.

Bedenklicher Abwärtstrend der USA

Im Artikel von Henrik Müller kommt der erfahrene Investmentstratege der Finanzgesellschaft Oppenheim, Michael Metz (79), zu Wort: „Unsere Infrastruktur ist die schlechteste in der westlichen Welt. Unser Bildungssystem entlässt viel zu viele Leute dumm ins Leben. Unsere Regierung ist indoktriniert von verrückten christlichen Fundamentalisten. Unser Parlament kommt mit einem Vorschlag nach dem anderen, die Grenzen dichtzumachen für Importe und Immigranten. New York als Weltfinanzzentrum steht zur Disposition…“ Während die Franzosen eine Sparquote von 12 Prozent, die Deutschen von 10 Prozent haben, leben die Amerikaner mit Minus ein Prozent vom Substanzverzehr und lassen sich vom Ausland als Kreditgeber aushalten. Das Leistungsbilanzdefizit der USA zeigt ebenfalls steil nach unten, auf -6 Prozent des BIP. Das Ausland subventioniert die US-Bevölkerung mit Konsum- und Investitionsgütern. Der eigene US-Export kann hier nicht mithalten. Nicht weniger bedenklich ist das seit Ende der 90er enorm gefallene Arbeitskräftepotential. Dessen Wachstum ist bei Null versandet, nachdem es 2000 noch bei 1,5 Prozent lag.

Neue Zentren der Weltwirtschaft

Das bedeutet eine Schwächung der Produktivität, zu der auch der inzwischen abgeklungene – in den 90ern von den neuen Technologien getriebene – Produktivitätsanstieg beiträgt. Die positive Unterstützung durch Internet- und andere Technologien wäre nur ein wirtschaftsfördernder Einmaleffekt gewesen. Mit weniger Arbeitskräften und Konsumenten wird die USA ihre wirtschaftliche Position und den Einfluss des Dollars auf den Weltmärkten nicht aufrechterhalten können. Die Schwerpunkte der globalen Ökonomie verschieben sich auf das durch seinen Osten dynamisierte Europa sowie auf China und Indien. Bei zum ersten Mal fallenden Häuserpreisen wird den Amerikanern die Konsumbasis der letzten Jahre entzogen. Sie finanzierten über Hypothekenkredite ihren im Verhältnis zum Arbeitsverdienst übersteigerten Konsum. Wenn nun, wie vom Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff unter der Bedingung, dass die Europäer diese Chance nutzen, vorausgesagt, der Euro die neue globale Leitwährung wird, bleiben auch die Anlagegelder der ganzen Welt für die USA aus. Deren Bürger werden dann gezwungenermaßen lernen müssen, sich auf staatlicher Ebene wie auch privat vom eigenen Monatseinkommen zu ernähren, anstatt wie bisher auf Pump zu leben.

Beschleunigter amerikanischen Bedeutungsverlust durch Protektionismus

Eine Scheinlösung stellen zunehmende Versuche dar, sich vor allem auf demokratischer Seite im Kongress mit Schutzzöllen und anderen abschottenden Maßnahmen vor der Globalisierung verstecken zu wollen. Doch mit einer weiteren Importbeschränkungspolitik der ungewöhnlich verängstigten Amerikaner wird die Welt wohl rechnen müssen. Es sei denn, Amerika besinnt sich auf die Kräfte seines Wirtschaftssystems und kümmert sich gleichzeitig um die Verbesserung des Bildungssystems. Ein darauf folgender Aufschwung, der sich zuerst auf Sparen und Investieren statt auf Konsum stützen müsste, könnte den US-Bürgern ihre übliche Zuversicht in die Zukunft wieder zurückgeben. Bis jetzt glauben die Amerikaner laut Professorin und Glücksforscherin Carol Graham an den amerikanischen Traum, es von unten ganz nach oben zu schaffen.

Angestrebte Unabhängigkeit von eigener Binnennachfrage

Doch sollten diese grundsätzlich in der Gesellschaft verankerten Kräfte der liberalen und flexiblen US-Wirtschaft nicht unterschätzt werden. Selbst bei diesen pessimistischen Aussichten stuft Jan Hatzius, ein Ökonom bei Goldman Sachs, die Wahrscheinlichkeit einer Rezession auf nur 25 Prozent ein. Allerdings auch hier glauben Manager einen Ausweg zu finden. Der Amerika-Chef von Linde, Pat Murphy, will sich dann unabhängiger vom US-Binnenmarkt machen und auf globaler Ebene in Geschäftsbereichen wie Ölraffinierung, Stahl, Chemie, Gasverflüssigung und Wasserstoff als zukünftigen Treibstoff betätigen. In Asien und Mittelosteuropa dürfte er genügend Wachstumspotential finden. Von diesen neuen Wachstumsmärkten wird auch die früher auf die US-Wirtschaft angewiesene Weltwirtschaft, insbesondere auch Europa, am Laufen gehalten.

Weniger geholfen ist damit den 47 Millionen Amerikanern auch aus dem Mittelstand, die sich keine Arbeitslosenversicherung mehr leisten können. Während die als arm definierten Amerikaner von Medicaid und Medicare auf einer Mindestbasis abgesichert sind, fällt der unversicherte Mittelstand durch dieses Raster. Jeder Präsidentschaftskandidat will und muss sich darum kümmern, so wie sich der nächste Präsident auch um das Bildungssystem sorgen sollte. Die führende Position unter den OECD-Ländern verloren die USA und schnitten beim Pisa-Test noch schlechter ab als Deutschland bzw. einige deutsch Bundesländer.

Brauchen wir einen neuen Weltpolizisten?

Jenseits ökonomischer Erwägungen, auf die sicher der Artikel beschränkte, ist aber ein weiterer Aspekt möglicherweise viel Sorgen erweckender als der ökonomische. Wer spielt in Zukunft den Weltpolizisten, falls die USA dazu nicht mehr in der Lage wäre, weil die Amerikaner sich wie früher so oft isolationistischen Strömungen hingeben? Was wäre ohne das militärische Eingreifen der USA im Kosovo Ende der 90er passiert? Wer hätte Kuwait von Sadam Hussein befreit. Die großen und viele Menschenleben kostenden Fehler der Bush-Administration dürfen nicht verdecken, dass Europa nicht einmal Massaker zwischen Serben und Kroaten verhindern konnte und bis jetzt außenpolitisch handlungsunfähig ist. Wer will sich auf den Autokraten Putin stützen oder auf das immer noch totalitäre chinesische Regime in Peking, falls die USA als Weltpolizist komplett ausfallen? Von den korrupten UN-Strukturen die sich auf keinerlei Sanktionen durchsetzenden Streitkräfte stützen können, braucht man nicht zu sprechen. Vielleicht sollte sich die EU schneller als bisher auf solche Aufgaben vorbereiten.

Eskalation im Irak

Unter anderen Walter Stützle und xx diskutierten in der Sendung Wortwechsel des Deutschlandradio Kultur die Situation im Irak. Dabei divergierten erwartungsgemäß die Meinungen über die aktuelle Situation und die größten Fehler, die dort gemacht wurden, sehr stark.

In der Diskussion gab es dabei interessante Informationen, die nicht täglich in den Medien zu bekommen sind. Zum einen wurde von drei Fronten gesprochen:
1. Intrareligiöse Kämpfe innerhalb der jeweiligen Religionsgemeinschaft der Sunniten bzw. Schiiten um die Vorherrschaft innerhalb der Religionsgruppe
2. Amerikaner gegen El Kaida bzw. andere irakische Aufständische
3. Bürgerkriegsartige Kämpfe zwischen Sunniten und Schiiten

Mister Den(n)is bezeichnete es als größten Fehler, dass man grob fahrlässig für das 24 Mio. Volk des Irak nur 120.000 Soldaten einsetzt, während man nach Bosnien (nur 400.000 Einwohner) schon 60.000 Soldaten schickte.

Walter Stützle schien die gegen die USA gerichtete Politik Schröders in der Diskussion auf gewisse Weise mit Denis fortzusetzen und sprach wiederholt von Verhandlungen mit allen Beteiligten, die geführt werden müssten, als ob sich die ökonomischen und politischen Interessen um Öl und Macht so ohne weiteres wegdiskutieren ließen. Es scheint offensichtlich die Mentalität – insbesondere bei den ausländischen Kämpfern im Irak – vorzuherrschen, solange mit Terror zu Werke zu gehen, bis die Amis das Feld räumen.

Ein weiterer Aspekt war nämlich die mehrfach vertretene Auffassung, dass keines der Nachbarländer des Irak daran interessiert ist, neben sich eine funktionierende Demokratie entstehen zu lassen. Strittig dagegen war die Frage, ob man grundsätzlich eine Demokratie in einem Land von außen implementieren könne. Doch was passiert, wenn die Amerkikaner abziehen, so Denis? Dann könne es sehr schnell hunderttausend Tote in Bagdad geben. Können die Europäer dann einem dann klassischem Bürgerkrieg mit entsprechendem massenhaften Blutvergießen zusehen? An der Stelle meinte Stützle etwas naiv, daran hätten die Anreinerstaaten auch kein Interesse und vergaß wohl, dass es trotz dieses Nichtinteresses der Nachbarn schlicht das Ergebnis mangelnder Einigungs- und Kooperationsfähigkeit sein könnte, dass ein dem auf dem Balkan ähnlicher Bürgerkrieg im Irak ausbricht. Dagegen nehmen sich die bisherigen Anschläge im Irak noch harmlos aus.

Dabei wurde deutlich, dass die Europäer bisher vollig ratlos, konzeptlos und uneinig dem Treiben in Nahost fast untätig zusehen, nach dem Motto „Lassen wir die Amerikaner einfach mal machen“.

Hier stellt sich die Frage, was eigentlich mit den Ölressourcen im Irak getrieben wird. Ein an sich reiches Land droht ins Chaos zu versinken, wenn niemand konsequent vorgeht und Maßnahmen ergreift. Vielleicht sollte hier der jugoslawische Bürgerkrieg tatsächlich als warnendes Vorbild dienen. Dann müsste man aber im Rahmen der Nato oder Uno mit einigen hunderttausend Soldaten im Irak intervenieren, modernste Überwachungstechnologie im Inneren einsetzen und die Grenzen zu den an einem demokratischen Irak desinteressierten Herrscherregimen ebenfalls mit modernsten Maßnahmen dicht machen bzw. kontrollieren. Dann erst kann man damit beginnen, wieder in größerem Umfang Erdöl zu exportieren und die Einnahmen daraus in einen Fonds für den Aufbau und die Sicherheitsherstellung zu investieren.

Der Zivilbevölkerung wird ein zeitlich befristeter Orwellstaat lieber sein, als die tägliche Angst, beim Einkaufen auf dem Markt in Fetzen zerrissen zu werden. So paradox das für den Aufbau eines demokratischen Staates klingen mag. Doch ein Gewaltmonopol ist das allererste Merkmal eines funktionierenden Staates.

Nicht zu vergessen ist für die Europäer, dass nur die bloße Möglichkeit eines Flächenbrandes in der ganzen Region nach einem Abzug der amerikanischen Soldaten nicht annähernd riskiert werden kann, sondern verheerend für die gesamte Nahost wäre. Die Konsequenzen würden eine Explosion des Ölpreises sein mit einer Erschütterung der weltweiten Konjunktur und in letzter Folge eine zerstörerische Bedrohung für die europäischen Sozialstaatsmodelle, die nicht mehr zu finanzieren wären. Demonstrationen der sozial Schwachen in Frankreich und wohl auch in Deutschland könnten drastische Formen annehmen und die politische Stabilität gefährden. Insofern lag ein Diskussionsteilnehmer durchaus richtig, der meinte, es gab weltweit seit der Berlin- und Kubakrise Mitte der Sechziger keinen so brisanten Krisenherd mehr.

P.S.: Leider war beim Deutschlandradio Kultur nicht mal eine Liste der Diskussionsteilnehmer zu finden. Zumindest war noch jemand von der Stiftung für Politik und Wissenschaft sowie ein Auslandskorrespondent des ZDF dabei.

Weitere Infos:

Junge Welt (die sonst nicht zu meinen Lieblingsmedien gehört)
Stern zum vierten Jahrestag der US-Invasion
Tagesspiegel
Kaum Annäherung bei Irak-Konferenz – Handelsblatt
„Saddams Beseitigung war eine gute Sache“ – Tony Blair in SZ-Interview u.a. zu Irak
Enttäuschung in Scharm al Scheich – FAZ
Irak-Konferenz in Ägypten – Stern
Internationale Irak-Konferenz billigt Stabilitätsplan – Berliner Zeitung