Die Realwirtschaft in der Finanzkrise und das Versagen der Medien und des Bildungssystems

Viele Medien schreiben aufgrund der Finanzkrise eine Realwirtschaftskrise mehr herbei als dass eine solche unausweichlich wäre. Familienunternehmer, allgemein die sogenannten KMUs (kleine und mittlere Unternehmer), lesen, sehen und hören die Kassandrarufe der Medien und bleiben davon natürlich nicht unbeeinflusst.

Somit kann man die eigenen Prognosen selbst zur Realität werden lassen, da man die Psyche der Marktteilnehmer beeinflusst. Mindestens die Hälfte des Wirtschaftsgeschehens besteht aus Psychologie.

Faktisch sind es noch nicht die Auswirkungen der Finanzkrise, wovon der Wirtschaftsaufschwung gebremst wird. Eine gebremste Wirtschaftsentwicklung war unabhängig vom Finanzmarkt absehbar. Ökonomie besteht nicht nur aus starkem Aufschwung.

Derzeit wird weder der Arbeitsmarkt negativ von der Finanzkrise beeinflusst. Noch gibt es bei Kreditverhandlungen von Unternehmen mit Banken zusätzliche Probleme. Ein Unternehmer der ein solides Finanzkonzept für Neuinvestitionen vorlegt, bekommt laut IHK auch jetzt ohne Probleme seinen Kredit.

Noch hat die Wirtschaft volle Auftragsbücher. Wenn einige Autohersteller die Produktion drosseln, so wird der Verbraucher früher oder später dennoch ein neues Auto kaufen.

Vor allem sollte man über den deutschen Tellerrand hinaussehen. Spanier, die ihren Banken Zweckgesellschaften außerhalb der offiziellen Billanzen verboten, haben keine Bankenkrise.

Der Aufschwung in Russland, Indien, China, Südamerika und Afrika findet zwingend noch jahrzehntelang statt, mit großartigen Geschäftschancen für deutsche Ingenieurskunst und unseren Export.

Zudem werden die Menschen weltweit Konsumgüter wie Elektronikartikel, Haushaltsgeräte, Nahrungsmittel und anderes kaufen, solange es Menschen gibt.

Somit besitzen Aktiengesellschaften unabhängig von Geldströmen und Vertrauen in eine Währung einen Wert dar. Denn sie besitzen die Fähigkeit, langfristig mit dem Verkauf von Gütern, Dienstleistungen und Wissen Einnahmen und Gewinne zu erzielen. Daher ist Aktienfondsbesitz, der über viele Länder verteilt ist, der beste Schutz vor Inflation und Geldvernichtung. In welcher Währung die Gewinne der Aktienunternehmen in den nächsten Jahrzehnten anfallen spielt dabei keine Rolle.

Bundesschatzbriefe, Sparbücher, Girokonten und bedrucktes Papier sind nicht inflationsgeschützt. Auch Immobilien haben nicht nur in ländlichen Regionen sondern auch in Ballungsgebieten mitunter stark an Wert verloren. Eine Währung behält den Wert nur solange wie erstens die Menschen die Währung als Zahlungsmittel annehmen, im Glauben, dass sie einen Tag später noch damit einkaufen können und zweitens solange das Verhältnis zwischen Geldmenge und Gesamtvermögen an Produktionskapazität, Immobilien, langlebigen Wirtschaftsgüter einer Gesellschaft ungefähr gleich bleibt.

Wohnungen, Häuser, ausgereifte Software und langlebig werthaltige Möbel und Produktionsanlagen verlieren weniger schnell an Wert als der Haarschnitt oder die Urlaubsreise als Dienstleistungsangebot. Sogar die Dienstleistung einer Unternehmensberatung, mit der Prozesse in Unternehmen nachhaltig verbessert werden, besitzt einen lang anhaltenden Wert. Denn mit besseren und effektiveren Abläufen in Unternehmen steigt die Produktivität und der Gewinn langfristig.

Leider wird über diese fundamentalen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen in den Medien wenig berichtet. Menschen geraten so unnötig schnell in Panik. Reale Zusammenhänge werden verkannt. Nicht wesentliches Strukturen in der unkontrollierten Finanzindu

Für immer Hochkonjunktur?

Im Gespräch mit einem chinesischen Freund haben wir beschlossen, dass es ab nun immer einen globalen Aufschwung gibt. Anders als früher haben wir es nun nicht mehr mit nur drei ökonomischen Zentren, USA, Europa und Japan, zu tun. In dieser Dreierkonstellation hat der Ausfall eines globalen Wirtschaftsschwergewichts die ganze Weltwirtschaft belastet, indem die anderen beiden Zentren über Wechselwirkungen vom schwächelnden Partner angesteckt wurden.

Nun kann sich das weltweite Wirtschaftswachstum auf mehr Akteure stützen: EU (durch die Erweiterng dynamisiert), Japan, China, Indien, Russland, USA, Südamerika, Südostasien – in Zukunft vielleicht auch bald Afrika. Auch wenn man Südamerika und Südostasien nur halb rechnen wollte, können sieben Schwergewichte sich bei Ausfall eines oder zweier wieder aus dem konjunkturellen Sumpf ziehen. Somit dürfte das globale Wachstum beständiger für eine weltweite Mehrung des Wohlstandes führen – wenn dieser nur halbwegs gerecht auf alle Menschen verteilt wäre.

Natürlich bestehen auch in Zukunft noch Wechselwirkngen negativer Art. Doch wenn ein Schwergewicht wechselseitig mit sechs oder sieben anderen verbunden ist, wird sich der belastende Einfluss eines Handelspartners nicht besonders auf das eigene Wachstum auswirken. Insofern dürften Volkswirtschaftler nun einmal ihre Konjunkturtheorien überdenken.

Umso mehr lohnt sich dann für Bürger auch eine kurzfristige die Anlage in Aktienfonds, da gleichzeitig das Risiko von Schwankungen am Aktienmarkt bzw. deren Stärke abnehmen sollte. Langfristig waren Aktienfonds ohnehin noch niemals von anderen Anlageformen für die Altersvorsorge oder Immobilienfinanzierung zu schlagen.

Für die Sozialsysteme ergibt sich ebenfalls eine Erleichterung dahingehend, dass die Einzahlungen konstanter fließen als bei stärkeren Konjunkturzyklen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es aus der individuellen Perspektive eines Bürgers ratsam ist, sich auf die staatlichen Sozialsysteme zu verlassen. Wer sich in den 80ern und 90ern auf Norbert Blüms Versprechungen verlassen hat, ist nun von den Politikern nach den Rentenreformen im Stich gelassen worden. Obwohl: Die Rente war ja auch sicher, nämlich Blüms eigene Rente.