Blogger und die Scheißhäuser

Einige Anmerkungen zur deutschen Blogosphäre

In der Blogosphäre hat der Ausspruch von Alpha-Journalist Hans-Ulrich Jörges (Stern) – „Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt“  einige Diskussionen hervorgerufen. So viel Arroganz darin auch zum Ausdruck kommen mag, so sollte der Satz doch auch nachdenklich machen. Zumal ich bei donvanone  eine Art geistige Selbstentblößung eines „Alpha“-Bloggers lesen durfte.

Letztlich kommt hier deutlich zum Ausdruck wie irrelevant – gesellschaftlich, politisch und vor allem „(medien)wirtschaftlich“ – die Blogger als Gesamtheit in Deutschland sind; obwohl sich nicht wenige von ihnen gerne als kritische Keimzelle einer neuen kritischen Gesellschaft verstehen möchten.

Alpha-Blogger kann man nach donvanone also werden, indem man zwar Belanglosigkeiten von sich gibt, diese aber mit gerade tagesaktuellen Ereignissen koppelt und die Beiträge dann mit den Blogs anderer Alpha-Blogger verlinkt; förderlich sei dabei noch, bekannte Blogger zu beleidigen, damit die Resonanz um so größer ausfällt.  Andere greifen das mehr oder weniger ironisch auf.

Wohin führt das? Zum einen werden wirklich kritische Menschen davon abgeschreckt, sich mit einer derartigen Blogosphäre einzulassen, sich länger mit ihr zu beschäftigen. Irgendwann werden sicher auch deutsche Blogger den Anschluss an die USA, Frankreich und andere kritischere „Blogländer“ schaffen. Nur rollt derzeit noch ein Großteil dieser deutschen Blogosphäre dieser erstrebenswerten Entwicklung viele Steine in den Weg. Jörges hat somit durchaus den Nerv einiger Leute getroffen, denen nicht viel mehr einfällt als kurz aufzujaulen und dann weiterzuwursteln wie bisher.