Griechenland als neues Bremen

Einige der Wirtschaftsjournalisten, die jahrelang die heraufziehende Hypothekenkrise zu erst ignorierten und dann Monate brauchten, sie vernünftig zu erklären, schreiben nun offensichtlich viel wirres Zeug über Griechenland. Dabei sollte es inzwischen klar sein wie die Situation der Griechen aussieht. Einem Land, das gerade mal etwa 0,2 Prozent der EU-Wirtschaftsleistung produziert, muss man ähnlich wie dem völlig überschuldeten Bundesland Bremen die notwendigen Finanzmittel als Transfer überweisen.

Im Unterschied zu Bremen, darf man dann jedoch nicht jahrelang abwarten, bis sparsameres Haushalten einsetzt. Gleichzeitig retten wir mit Griechenland unsere eigenen Banken und vor allem Versicherungen bei denen Millionen Deutsche ihre private Zusatzversicherung ansparen. Vor allem sind über die Tochter der Generali, die Aachener Münchener, viel Deutsche in Griechenland mit ihrem Erspartem engagiert, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Es wird viele Jahre dauern, bis die Griechen ihre Marktlücke im globalem Welthandeln gefunden haben und erfolgreich exportieren, um ihre Schulden abzutragen. Bis dahin ist es sinnlos, hohe Zinszahlungen von den Griechen zu erwarten. Die Zins- und Tilgungszahlungen müssen zeitweise ausgesetzt oder stark reduziert werden. Diese Zeit müssen und können sich die Europäer und der IWF nehmen.

Allerdings kann man sich einige Sicherheiten in Form von griechischen Immobilien und Staatsfirmen einverleiben, bis die Marktpreise für eine Privatisierung von überflüssigem griechischen Staatseigentum gestiegen sind. Es wäre sehr dumm, ausgerechnet jetzt, wo die Preise im Keller sind, das griechische Tafelsilber zu verscherbeln. An wen? An die deutschen Banken und Versicherer, die über Jahre hinweg leichtfertig griechische Anleihen gekauft haben, um an den erhöhten Zinsen zu verdienen? Oder an die griechischen Millionäre, die in der Vergangenheit kaum Steuern entrichtet haben?

Es genügt, wenn eine deutsche Regierung so dämlich war, bei der Commerzbank-Teilverstaatlichung zugunsten der Aktionäre einer ansonsten insolventen Commerzbank auf Gewinne für den Steuerzahler zu verzichten. Wie es geht, mit Gewinnen aus der Bankenkrise zu gehen, wissen die Amerikaner, die zuerst konsequent die insolventen Banken verstaatlichten.

HRE-Warnung bei Steinbrück abgeheftet

Schon am 27. Februar 2008 prüften Mitarbeiter der Bundesbank die für das Finanzsystem brandgefährliche Hypo Real Estate-Tochter und machten auf „schwerwiegende Folgen“ der „umfangreiche(n) unbesicherte(n) Refinanzierung“ aufmerksam. Im Finanzministerium wurde ein Bericht darüber angeblich lediglich im Ordner abgeheftet. Selbst das wäre ein Skandal. Doch laut report München ist das sehr unwahrscheinlich, das der Finanzminister Peer Steinbrück, der sich gerne als Superkrisenmanager geriert, davon nicht benachrichtigt wurde.

Nachdem Steinbrück seine Unfähigkeit lange verdecken konnte, sollte langsam offensichtlich werden, dass er endlich nicht mehr um einen Einstieg des Staates als Kapitaleigner herumkommt.
Das würde dem Steuerzahler wenigstens massive Kurssteigerungen bescheren, nachdem das chaotische Management des Finanzministeriums bisher nur zu Bürgschaften führte.

Bürgschaften sind das wesentlich schlechtere Instrument zur Rettung wichtiger Banken. Denn was helfen Bürgschaften in Höhe einiger Dutzend oder auch in Höhe von 480 Milliarden, falls diese Summe des Finanzrettungsfonds der Soffin tatsächlich ausgegeben wird, angesichts der Bilanzsumme von überschlagenen fünf Billionen Euro nur einiger großer deutschen Banken im Jahr 2007? Wenn nur zwanzig Prozent abgeschrieben werden, reicht der Rettungsfond nicht einmal für die Hälfte der Summe. Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, dass abgeschriebene Kredite später doch noch an die Banken zurückgezahlt werden können, die Wahrscheinlichkeit dazu sogar ganz gut steht. Schon bei der Schwedischen Bankenkrise war das zu beobachten. Ursache ist schlicht und ergreifend, dass Banken üblicherweise Kredite abschreiben müssen, wenn diese Kredite verbrieft wurden, d.h. an den Finanzmärkten zu unterschiedlichen Preisen gehandelt werden. Sobald die Preise für diese verbrieften Kreditpakete sinken, entsteht dieser Wertberichtungsbedarf. Unabhängig ob die dahinterstehenden Kredite wirklich ausfallgefährdet sind. Ursache für das sinken dieser Pakete kann auch eine Panik oder Verunsicherung über ihren Inhalt sein. Genau das ist offensichtlich weltweit seit einigen Monaten der Fall.

Die einfachste Maßnahme ist daher der Aufkauf der Bankaktien bzw. die Ausgabe neuer Bankaktien an die Bundesregierung. Diese schießt den Banken im Gegenzug neues Eigenkapital zu. Dabei wird der prozentuale Anteil der bisherigen Aktionäre der Banken gesenkt oder verwässert, wie es im Fachjargon heißt. Vor der letzten Gesetzesänderung aufgrund der Finanzkrise, war es gesetzlich vorgeschrieben, den Altaktionären ebenfalls Ausgleichsaktien dafür anzubieten, um den gleichen prozentualen Anteil zu behalten.

Dies wurde geändert, was letztlich eine prozentuale Enteignung der Altaktionäre zur Folge hat. Allerdings zu deren Wohl. Niemand von diesen kann schließlich ein Interesse daran haben, dass ihre Aktien im Falle einer Insolvenz gar nichts mehr wert sind.

Es wird nun endlich Zeit, dass auch die Herren im Finanzministerium ohne Scheu dazu übergehen, die Banken mehrheitlich zu übernehmen, die andernfalls keine Kredite mehr von anderen Banken am Kapitalmarkt erhalten. Hoffentlich ist die (FAZ) sich nun abzeichnende Übernahme (Handelsblatt) der HRE nun der notwendige Richtungswechsel des bisher chaotischen Krisenmanagments des Finanzministeriums. Alles andere beendet die Krise an den Finanzmärkten nicht, sonder verlängert oder verschärft sie noch weiter.

Staat vermasselt Commerzbank-Einstieg

Am 8. Januar wurde die Teilverstaatlichung (25 Prozent Staatsanteil) der Commerzbank bekannt. Das habe den Staat laut Welt.de 1,8 Mrd. Euro gekostet. Zusätzlich schoss der Staat noch 8,2 Mrd. Euro an stillen Einlagen hinzu. Zusammen mit den bereits früher geleisteten Zuschüssen besitzt der Staat 16,4 Mrd. an stillen Einlagen. Nur weil sich die EU-Kommission einschaltete bekommt der Steuerzahler dafür zumindest 9 Prozent Verzinsung für die stillen Einlagen des Staates.

Sieht man sich einmal den Kurs an, der im November bei über 9 Euro lag, im Jahr 2007 bei über 35 Euro, nun aber unter 5 Euro, fragt man sich, warum der Staat die Bank nicht vorübergehend komplett oder zumindest zu 75 Prozent verstaatlicht, um sie dann wie für die Deutsche Bahn geplant nach der Finanzkrisenzeit wieder an der Börse zu verkaufen. Großbritannien hat auf diese Weise viel klüger gehandelt als unsere Regierung in Berlin.

Bank verstaatlichen, um sie wieder zu verkaufen
Der Kurs kann sich dann wieder vervierfachen – vorausgesetzt die Bank findet ein tragfähiges Geschäftsmodell. Aber sie müsste dann in dieser für sie schwierigen Zeit nicht 9 Prozent Zinsen für die 16,4 Mrd. Euro an stillen Einlagen zahlen. Das macht pro Jahr etwa 1,5 Mrd. Euro an Zinszahlungen die von der Bank an den Staat abgeführt werden. Im Finanzministerium scheinen die falschen Leute zu sitzen.

Diese haben nicht begriffen, dass die Finanzkrise im Wesentlichen auch auf Psychologie und Vertrauen beruht, wie die FAZ hier beschreibt. Der Wert der zu übernehmenden Dresdner Bank wurde von Analysten im September auf etwa 10 Mrd. Euro eingeschätzt. Ein gut geführte Commerzbank die einmal nicht mehr vom Blender Martin Blessing als Vorstand geleitet wird, hat nach den Finanzturbulenzen in wenigen Jahren wieder einen mehrfach höheren Wert. Insofern ist der zu geringe Anteil des Staates nichts anderes als ein verschwenderischer Verzicht auf höhe Verkaufserlöse, die der Fiskus später einstreichen könnte.

Norbert Röttgen entdeckt bei Anne Will "pervertierte Rendite"

Weiterhin fällt Politikern nichts besseres ein, als auf die Renditestreben und die Bankmanager zu schimpfen. Gleichzeitig ist es mal wieder eine Landesbank, die Bayerische, die offenbar die Staatsmittel am nötigsten hat. Zuvor musste die Sachsen LB gerettet werden. Der nächste Kandidat ist die West LB mit einer erbärmlich niedrigen Eigenkapitaldecke von etwa 6,5 Prozent.

Bei diesen Landesbanken haben die Politiker gerne ihre abgehalfterten Parteifreunde untergebracht mit Versorgungsposten, ähnlich wie bei städtischen Wohnungsbaugesellschaften und den Aufsichtsräten der Sparkassen. Doch beaufsichtigt haben diese Politiker offensichtlich die Manager nicht. Damit trifft die Politiker kein bisschen weniger Schuld als die Bankmanager mit ihrer völlig verfehlten Geschäftspolitik und ihrem miserablen Risikomanagement.

Norbert Röttgen schädigt den Ruf der Marktwirtschaft, indem er gemeinsam mit dem evangelischen Bischof Huber primitiv auf das Renditestreben schimpft, das die Menschheit tatsächlich technologisch und sozialstaatlich überhaupt nach vorne gebracht hat. Marktwirtschaft muss selbstverständlich anders als Wildwestkapitalismus in einen staatlichen Rahmen  eingebettet werden; aber ohne den Wohlstand schaffenden Effekt  der Marktwirtschaft mit fairem Wettbewerb und der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage zu zerstören.

Die Menschen brauchen nun keine Jammerlappen wie Norbert Röttgen, die auf das immer vorhandene Rentitestreben populistisch einschlagen, sondern mutige Verteidiger marktwirtschaftlicher Prinzipien. Dazu gehören eben staatliche Rahmenbedingungen, die z.B. Zweckgesellschaften außerhalb der Bilanzen im Ausland nicht zulassen. Hier haben deutsche Politiker einschließlich des arrogant auftretenden Steinbrück versagt.

Dazu gehören auch fähige Aufsichtsräte einschließlich der Gesetzgebung und wirksamer Strafgesetzgebung für den Missbrauchsfall und Aufsichtsräte, die sich für ihre Aufsichtsqualität und -kompetenz zu verantworten haben. Auch hier haben Steinbrück und Co versagt.

Ebenso gehört dazu die Verpflichtung der Manager, bei groben Pflichtverletzungen mit dem hohem eigenen Vermögen zumindest teilweise zu haften. Wieder haben bei diesem Punkt die Politiker versagt, die es nicht unterbanden, dass Aktiengesellschaften auf Kosten der Aktionäre den Managern die komplette Verantwortung und Haftung mittels Versicherungspolicen abnahmen.

Wann entschuldigen sich unsere Politiker für ihr Versagen? Erst wenn es nur noch eine oder keine  Landesbank mehr gibt, weil eine nach der anderen zusammengebrochen ist? Erst wenn unsere Währung entwertet wurde und eine Währungsreform bei totalem Verlust des Sparvermögens des „kleinen Mannes“ notwendig wird?

Primitive Aufregung der Politiker über Bankmanager

Heute vormittags echauffierten sich einige Politmanager im Bundesrat künstlich oder – je nach Betrachtungsweise dümmlich aufgrund mangelnden Wissens – über die Manager der Banken, ihre Bezüge bzw. den Verzicht darauf bei der Deutschen Bank. Beleidigt schienen sie – geheuchelt oder ernsthaft – auch wegen einer ausbleibenden Entschuldigung der Manager zu sein.

Norbert Röttgen und Hubertus Heil forderten wie andere eine weitere Beschränkung der Manager-Bezüge, hier im Handelsblatt. Sind diese Herren eigentlich noch ganz bei Trost oder glauben sie an den Blödsinn, den sie der Öffentlichkeit zum Teil mit Erfolg vorspielen?

Zur Erinnerung: Bisher haben vor allem bzw. ausschließlich Staatsbanken (Sächsische Landesbank, Bayern LB, West LB) Steuergelder als liquide Mittel benötigt. Keine Privatbank nahm bisher finanzielle Hilfe in Anspruch. Es waren also bisher vor allem Politiker, die als Aufseher der Staatsbanken komplett versagt haben. Hat sich dafür jemals einer von ihnen entschuldigt. Lafontain sitzt im Aufsichtsrat der staatlichen KfW-Bank, die der IKB zugeschaut hat, wie diese als Quasi-Tochter die Milliarden nur so verpulverte, bis der Steuerzahler dafür aufkam.

Selbstverständlich haben auch die Bankmanager riesige Fehler gemacht. Nur haftet der Bürger für diese Fehler bisher nur auf „freiwilliger Basis“, nämlich dann, wenn er Aktien der Banken kaufte. Im Gegensatz dazu wird beim jämmerlichen Versagen der Staatsbanken jeder Bürger zwangsweise zur Begleichung der Kosten herangezogen. Selbst gegen dieses Versagen der Bankmanager hätte der Bundestag schon längst mit Gesetzen einschreiten können.

Warum gibt es trotz langjähriger Forderungen von Verbraucherschützern bis jetzt zu wenig rechtliche Handhabe gegen die sogenannten „Beratungsgespräche“ der Banken gegenüber ihren Kunden, die in Wirklichkeit Verkaugsgespräche oft miserabler oder für die Situation des Kunden unpassenden Produkte sind? Die Antwort liegt entweder in der Dummheit der Politiker oder ihrer wie auch immer gearteten „Bestechlichkeit“ gegenüber der Lobby der Finanzindustrie.

Es wäre sehr einfach, gesetzlich ein Standardformular für „Beratungsgespräche“ in Banken und mit Versicherungsvertretern vorzuschreiben. Darin wird die Zielsetzung und die Wunschvorstellung des Kunden standardmäßig erfasst und der grobe Gesprächsverlauf dokumentiert, mit verbindlicher Unterschrift.

Zudem müsste es erweiterte Kündigungsrechte geben und einen Zwang zur deutlich höheren Kostentransparenz von Lebensversicherungen, Fondsparprodukten und Co als dies bis dato der Fall ist. Nur so würde man unterbinden, dass ahnungslose Kunden – ahnungslos wegen nicht existierender Schulbildung in Sachen Geldfragen – schamlos von der Finanzindustrie über den Tisch gezogen werden. Das ist neben der miserablen Bankenaufsicht die ureigenste Aufgabe der Politik, nicht die heuchlerische Kritik an hohen Bezügen der Bankmanager, während man zwei Tagen vorher dem Großverdiener Michael Ballack zujubelt. Dieser verdankt den Großteil seines Millioneneinkommens und seiner Werbebezüge seiner Medienpräsenz im zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Aber auch in dessen Fernsehräten sitzen unsere Politiker als Pseudoaufseher. Ach du armseeliges Polit-Deutschland!

Die Realwirtschaft in der Finanzkrise und das Versagen der Medien und des Bildungssystems

Viele Medien schreiben aufgrund der Finanzkrise eine Realwirtschaftskrise mehr herbei als dass eine solche unausweichlich wäre. Familienunternehmer, allgemein die sogenannten KMUs (kleine und mittlere Unternehmer), lesen, sehen und hören die Kassandrarufe der Medien und bleiben davon natürlich nicht unbeeinflusst.

Somit kann man die eigenen Prognosen selbst zur Realität werden lassen, da man die Psyche der Marktteilnehmer beeinflusst. Mindestens die Hälfte des Wirtschaftsgeschehens besteht aus Psychologie.

Faktisch sind es noch nicht die Auswirkungen der Finanzkrise, wovon der Wirtschaftsaufschwung gebremst wird. Eine gebremste Wirtschaftsentwicklung war unabhängig vom Finanzmarkt absehbar. Ökonomie besteht nicht nur aus starkem Aufschwung.

Derzeit wird weder der Arbeitsmarkt negativ von der Finanzkrise beeinflusst. Noch gibt es bei Kreditverhandlungen von Unternehmen mit Banken zusätzliche Probleme. Ein Unternehmer der ein solides Finanzkonzept für Neuinvestitionen vorlegt, bekommt laut IHK auch jetzt ohne Probleme seinen Kredit.

Noch hat die Wirtschaft volle Auftragsbücher. Wenn einige Autohersteller die Produktion drosseln, so wird der Verbraucher früher oder später dennoch ein neues Auto kaufen.

Vor allem sollte man über den deutschen Tellerrand hinaussehen. Spanier, die ihren Banken Zweckgesellschaften außerhalb der offiziellen Billanzen verboten, haben keine Bankenkrise.

Der Aufschwung in Russland, Indien, China, Südamerika und Afrika findet zwingend noch jahrzehntelang statt, mit großartigen Geschäftschancen für deutsche Ingenieurskunst und unseren Export.

Zudem werden die Menschen weltweit Konsumgüter wie Elektronikartikel, Haushaltsgeräte, Nahrungsmittel und anderes kaufen, solange es Menschen gibt.

Somit besitzen Aktiengesellschaften unabhängig von Geldströmen und Vertrauen in eine Währung einen Wert dar. Denn sie besitzen die Fähigkeit, langfristig mit dem Verkauf von Gütern, Dienstleistungen und Wissen Einnahmen und Gewinne zu erzielen. Daher ist Aktienfondsbesitz, der über viele Länder verteilt ist, der beste Schutz vor Inflation und Geldvernichtung. In welcher Währung die Gewinne der Aktienunternehmen in den nächsten Jahrzehnten anfallen spielt dabei keine Rolle.

Bundesschatzbriefe, Sparbücher, Girokonten und bedrucktes Papier sind nicht inflationsgeschützt. Auch Immobilien haben nicht nur in ländlichen Regionen sondern auch in Ballungsgebieten mitunter stark an Wert verloren. Eine Währung behält den Wert nur solange wie erstens die Menschen die Währung als Zahlungsmittel annehmen, im Glauben, dass sie einen Tag später noch damit einkaufen können und zweitens solange das Verhältnis zwischen Geldmenge und Gesamtvermögen an Produktionskapazität, Immobilien, langlebigen Wirtschaftsgüter einer Gesellschaft ungefähr gleich bleibt.

Wohnungen, Häuser, ausgereifte Software und langlebig werthaltige Möbel und Produktionsanlagen verlieren weniger schnell an Wert als der Haarschnitt oder die Urlaubsreise als Dienstleistungsangebot. Sogar die Dienstleistung einer Unternehmensberatung, mit der Prozesse in Unternehmen nachhaltig verbessert werden, besitzt einen lang anhaltenden Wert. Denn mit besseren und effektiveren Abläufen in Unternehmen steigt die Produktivität und der Gewinn langfristig.

Leider wird über diese fundamentalen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen in den Medien wenig berichtet. Menschen geraten so unnötig schnell in Panik. Reale Zusammenhänge werden verkannt. Nicht wesentliches Strukturen in der unkontrollierten Finanzindu

Die Angst vor der Planwirtschaft

Schön, dass nun auch Angela Merkel sich offenbar von ihren internationalen Kollegen, besonders den amerikanischen und britischen, von Teilverstaatlichungen der Banken überzeugen hat lassen.

Union wie auch konservativere SPD-Politiker schienen direkte Beteiligungen des Staates bei Banken als Einstieg in den Wirtschaftssozialismus anzusehen. Dabei ist der Staat nicht nur seit Jahrzehnten an VW beteiligt, sondern er verteidigt das VW-Gesätz mit allen Zähnen und Klauen gegen Brüssel, die Politikern in Niedersachsen und Berlin gewachsen sind.

Es fehlt offensichtlich an Pragmatismus in der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Pragmatisch gedacht, erwirbt der Staat endlich im Rahmen dringend notwendiger Kapitalerhöhung Aktienbeteiligungen an den Banken zu gegenwärtig niedrigen Marktpreisen der Bankaktien an den Börsen.

Setzten sich die marktwirtschaftlichen Ordnungspolitiker durch, würde sich das Parlament gesetzlich verpflichten, nach der Kurserholung im Finanzsektor schrittweise die Aktienpakete wieder zu verkaufen; mit sehr hohen Gewinnen für Staat und damit Steuerzahler.

Warum kamen unsere „Spitzenpolitiker“ nicht sofort auf diese Idee? Nun für die Finanzmanager ist es wünschenswert, wenn sich der Staat nicht plötzlich mit vielen Regulierungen in deren Management einmischt. Allerdings sind die Bankmanager, wie man sah, selbst nicht in der Lage, systemerhaltend und nachhaltig zu wirtschaften.

Insofern ist es sinnvoll, dass sich staatliche Instanzen direkt an Banken beteiligen, möglicherweise langfristig auch Minderheitsanteile behalten, um mit verbesserter Bankenaufsicht auch an Bankinterna ranzukommen. Verbesserungen der deutschen Bankenaufsicht sind unausweichlich vorzunehmen. Die IKB gehörte zum großen Teil der staatlichen KfW-Bank. West LB, Bayern LB und vor allem die Sachsen LB offenbarten mit den dort angefallenen Verlusten bzw. Abschreibungen das Totalversagen deutscher Finanzpolitiker.

Damit kann man jedoch Schluss machen, indem nun wirksam kontrolliert wird, ohne sich in die operativen Managemententscheidungen einzumischen, solange diesen nicht wieder das System gefährden.

Unter diesen Rahmenbedingungen ist wegen staatlicher Beteiligungen im Finanzsektor mit seiner immensen Bedeutung für alle restlichen Wirtschaftsbranchen nicht gleich der Teufel, d.h. der Rückfall in Planwirtschaft a la DDR, an die Wand zu malen.

Überzogene deutsche Garantien

Die arme Angela Merkel scheint sich wenig mit dem Finanzmarkt beschäftigt zu haben und nicht die passenden Berater ins Kanzleramt geholt zu haben. Waren es vielleicht wie in anderen Ministerien auch von Verbänden bezahlte Mitarbeiter?

Spareinlagen sollen sinnloserweise in unbegrenzter Höhe garantiert werden. Wozu muss ich jemanden 200.000 Euro auf dem Sparbuch garantieren. Das deutsche Sicherheitsdenken nimmt immer perversere Züge an. Die 20.000 Euro, die bisher pro Bank gesichert waren genügen. Wer zweimal 20.000 Euro auf zwei Banken verteilt, hat 40.000 Euro gesichert. Darüber hinaus kann man langfristig in sehr breit gestreuten Aktienfonds anlegen. Diese sind sicherer als Sparbücher und Staatspapiere. Andere schreiben das Gegenteil? Nun, es genügt einfach mal in die Vergangenheit zu sehen.

In den letzten 100 Jahren erlitten die deutschen Sparer zweimal einen Totalverlust bei Sparbüchern und Staatspapieren; anfang der 1920er während der Hyperinflation und nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Währungsreform. Hingegen verloren die Aktienfonds, die breit über mehrere Länder hinwegstreuen, niemals über mehrere Jahre hinweg an Wert, geschweige denn, dass sie Totalverlust erlitten.

Mit gesundem Menschenverstand lässt sich das auch erklären. Ein Aktienfondsbesitzer ist direkter Eigentümer von Fabrikanlagen und Belegschaften, in denen Maschinen, Autos, Waschmittel, Lebensmittel, Computer, Zeitungen, Bücher, Finanzdienstleistungen, Softwareprogramme usw. produziert wird.

Diese Dinge werden von den Menschen immer benötigt und bezahlt. Egal ob es zwischendurch einen Crash, eine Hyperinflation oder eine Währungsreform gibt. Die Fabriken stehen, die Belegschaften verlieren ihr Wissen nicht, mit dem sie produzieren. Daher gibt es nichts sicheres als breit über mehrere Länder hinweg gestreute Aktienanlagen.

Nicht einmal vermietete Wohnungen sind sicher. Denn auch Immobilien verloren, besonders in strukturschwachen Regionen aber ebenso in Ballungsgebieten, mitunter massiv an Wert. Spareinlagen und auch Staatspapiere wie Bundesschatzbriefe sind letztlich nur bedrucktes Papier, ohne realen Produktionswert, wie ihn eine Fabrikanlage, Maschinen, oder das Wissen einer Belegschaft verkörpern.

Von den Garantien der Angela Merkel sind nun eben gerade diese Aktienfonds ausgenommen. Ein fatales Zeichen in die falsche Richtung. Damit würde möglicherweise der letzte klägliche Rest an Aktienfondskultur in Deutschland zerstört. Besser wäre es gewesen, die Regierung garantiert Spareinlagen bis etwa 30.000 Euro und veröffentlicht zusätzlich eine lange Liste an breit gestreuten Aktienfonds für deren Werterhalt sie auf 15-Jahressicht garantiert.

Zwischenzeitlich würde ein cleverer Finanzminister in der irrationalen Phase der Untertreibung an den Börsen die Schnäppchenpreise am Aktienmarkt und insbesondere bei den Banken nutzen, um Anteile zur Marktberuhigung billig zu kaufen und danach zugunsten des Steuerzahlers teuerer wieder zu verkaufen.

Die angesprochene 15-Jahresgarantie würde zum einen so gut wie nie in Anspruch genommen werden müssen, zum anderen würde sie die Aktienfondskultur endlich nachhaltig fördern und allen Bürgern Teilhabe am Produktivvermögen sichern, somit auch langfristig den Sozialstaat entlasten. Denn dann können vermögende Bürger besser für sich selbst sorgen als von den mickrigen Renditen der Sparbücher.

Irrsinnige deutsche Bürgschaften für Bankensystem

Der haushaltspolitische Sprecher der Union Steffen Kampeter, soeben im Deutschlandfunk aufgetreten, und viele andere Politiker begreifen entweder die Unsinnigkeit der deutschen Bürgschaft für Banken nicht oder sie gehen nach dem Motto vor, Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Hat hier die Bankenlobby einige zusätzliche Parteispenden in Aussicht gestellt?

Denn es geht hier um einen Vertrauenskrise innerhalb des Bankensystems, nicht aber um eine eigentliche Finanzkrise, die allenfalls durch die Vertrauenskrise provoziert werden könnte.

Amerikaner und Engländer machen es klüger. Nachdem die Kurse bzw. der Wert von Banken und Kreditfonds gefallen sind, kaufen sie diese billig auf, d.h. verstaatlichen diese für eine bestimmte Zeit.

Nachdem sich das Vertrauen wieder eingestellt hat und die Krise vorüber ist, können die USA und GB diese Pakete mit einer guten Wahrscheinlichkeit mit Gewinn wieder verkaufen, sprich privatisieren. Hoffentlich mit einer besseren Kontrolle des Finanzsystems.

Deutschland mit Kampeter und Co hingegen steht dämlich da. Für die IKB wurde schon bezahlt, indem man sie kaufte und sofort dümmlicherweise für einen Spottpreis in der derzeitigen Marktlage wieder verscherbelte. Für andere Banken gibt die Regierung nur Bürgschaften, also Garantien. Gewinne lässt sich der Staat, d.h. die Gemeinschaft aller Bürger und Steuerzahler entgehen. Wie dämlich.

Der Staat als Profiteur der Finanzkrise

Nicht wenige Menschen, nicht nur Akteure des globalen Finanzsystems oder Politiker, scheinen in den letzten Tagen das große Zittern bekommen zu haben. Wie schlimm ist nun die Finanzkrise tatsächlich?

Niemand hat seine Ersparnisse auf normalen Bankkonten verloren. Ist es nun schade um die renditehungrigen Investoren, die offenbar nicht wussten, in was sie ihr Geld stecken? Die skandalöse Tatsache, dass Finanzminister Steinbrück, Wirtschaftsminister Klos und der große „Weltökonom“ Oskar Lafontain im Aufsichtsgremium der staatlichen KfW-Bank sitzen, aber keinen blassen Schimmer hatten, was dort ablief, wollen wir heute mal außen vor lassen; aber nicht die damit verbundene Einsicht, dass der Staat (seine Beamten und Politiker) es auch nicht besser kann als der Kapitalismus. Was im weltweiten Finanzsystem nicht existierte, war Marktwirtschaft. Diese hat mit Kapitalismus nichts zu tunt. Siehe ältere Blogeinträge zum Unterschied zwischen Kapitalismus und Marktwirtschaft. Marktwirtschaft hätte bedeutet, dass Transparenz herrscht und jeder weiß, wo er investiert ist, die Risiken des Investments kennt und bewusst eingeht. Dies war hier nicht der Fall. Der Staat hat in einer Marktwirtschaft die Aufgabe, den Rahmen zu setzen, der eine Voraussetzung für das Existieren einer Marktwirtschaft ist. Offenbar gibt es den Rahmen nicht (mehr) oder es haben sich skrupellose Manager außerhalb eines wirkungslosen Rahmens bewegt. Das heißt, der Staat hat, wie bei der KfW im Einzelfall, im Großen versagt. Zumindest war im Finanzministerium in Berlin, in der Bankaufsicht Bafin, bei der Deutschen Bundesbank, in Brüssel oder in Washington niemand in der Lage rechtzeitig zu erkennen oder davor zu warnen, was sich nun ereignet hat.

Doch was ist nun wirklich passiert?

Eigentlich nichts dramatisches in der Qualität, allenfalls in der Quantität. Denn einige Häuslebauer, vor allem in den USA, weniger in GB oder Spanien, können ihre Hypothekenkredite nicht mehr zurückzahlen, weil sie nicht einkalkulierten, dass die Zinsen dafür steigen oder ihr Job relativ unsicher ist. Viele von ihnen hätten von den Banken gar keine Kredite bekommen dürfen. Auch hier liegt ein Aufsichtsversagen des Staates und nicht nur des Kapitalismus vor. Diese gefährdeten Kredite wurden von Banken und Investmenthäusern in Fonds gebündelt und diese Fonds von Ratingagenturen für gut bewertet. Diese haben also dabei auch versagt einschließlich ihres potentiellen Kontrolleurs, der Staat. Genaueres siehe bei einem schon monatealten, noch aktuellen Blogartikel zu dieser Fehlerkette. Die Hypothekenkreditkrise an sich ist insofern schon lange vorüber, als nun keine derartigen Kredite mehr vergeben werden und die Kredite nun realistischer hinsichtlich ihres Riskos eingeschätzt werden. Nur weiß noch nicht jeder Investor, egal ob institutionell (Bank, Versicherung) oder Privatperson bzw. will es lieber nicht (sofort) wissen.

Die letzten Käufer dieser Kredite, auch Investoren genannt, werden nun von den Hunden gebissen und verloren einen großen Teil ihres Geldes. Der Staat bündelt nun in den USA die schlechten Kredite bei einem hoffentlich großen Wertabschlags zum verdienten Nachteil der naiven Investoren in einem Rettungsfonds mit einer Größenordnung von etwa 700 Mrd. Dollar.

Fundamentalwirtschaftlich betrachtet kann es die Finanzkrise nicht die Wirtschaft erschüttern; außer irrationale Panik greift um sich. Denn die ausgegebenen Hypothekenkredite spiegeln durchaus den Wert der Häuser und Wohnungen wieder, die als Sicherheit dienten. In jedem Fall langfristig. Bisher wurde der Wertverlust am Immobilienmarkt mit durchschnittlich 16 Prozent bewertet. In New York haben auch einige Appartements im letzten Jahr 30 Prozent an Wert gewonnen. Insofern dürfte es nicht viele Jahre dauern, bis die Immobilien den ursprünglichen Wert wieder besitzen, der für die Vergabe der Kredite zugrunde gelegt wurde. Das heißt, die Kredite sind langfristig durchaus abgesichert, wenn auch nicht unbedingt die Zinszahlungen auf die Kredite. Doch dass manche Kredite nicht bedient werden, ist nichts außergewöhnliches.

Der Staat als Retter und unfreiwillig cleverer Investor
Außerdem kauft der Staat die Gesellschaften, die sich dabei verspekuliert haben zum Teil oder ganz auf; nämlich den Versicherer AIG und die Baufinanzierer Fanny Mae und Freddy Mac. Auch zu einem sehr günstigen Kaufpreis. Wahrscheinlich wird das ein ausgezeichnetes Geschäft für den Staat und seinen Steuerzahler, der nach der Krise die Anteile dieser Gesellschaften möglicherweise mit großem Gewinn wieder abgeben kann.

Aus dieser Perspektive ist die Krise schlecht für naive Spekulanten und gut für den Steuerzahler gewesen. Aber nur, weil nicht das ganze System hopps ging. Doch die Gefahr dazu war nicht allzugroß, solange die Notenbanken überlegt handeln. Die Häuser, auf denen die „schlechten Kredite“ lasten, haben im Schnitt wie erwähnt nur 16 Prozent an Wert verloren. Für Aktienbesitzer mitunter auch mal eine übliche Tagesschwankung.  Also kein Grund, die Nerven zu verlieren.