Der Dieselmotor und die Zukunft des Autos

Volkswagen konstruierte einen Dieselmotor der grundsätzlich sowohl leistungsfähig als auch umweltfreundlich fahren kann. Leider war dem Konzern der Preis dafür zu hoch. Mit einem Softwaretrick hinterging man die Vorschriften vieler Staaten zur Begrenzung von Stickoxiden. Das führte nun dazu, dass der mediale Fokus auf die starke Überschreitung von Grenzwerten in zahlreichen deutschen Städten gerichtet wird.

Elektroauto statt Verbrennungsmotor
Damit rückt auch das Elektroauto früher oder später wieder stärker in das Blickfeld. Es kann je nach Herkunft des Stroms fast komplett emissionsfrei fahren. Die Städte würden deutlich sauberer und weniger stark vom Verkehrslärm belastet werden. Falls sich deutsche Politiker von der Autolobby beeinflusst, weniger streng bei der Einhaltung von bestehenden Grenzwerten zeigen, so läuft das bei Verantwortlichen in Brüssel anders. Selbst die Amerikaner machen zunehmend Druck, obwohl bei ihnen SUVs weiter sehr beliebt sind.

Andere sind schneller und innovativer als die Deutschen
Seit Jahren machen es einmal wieder die Japaner und auch Franzosen vor, wohin die Reise in punkto Mobilität gehen wird. Deren Elektroautos bestehen den Praxistest seit langem. Denn die meisten Deutschen fahren täglich nicht einmal 70 km im Durchschnitt. Ein Reichweitenproblem besteht insofern nicht im Geringsten. Nun wären (Kommunal-) Politiker noch an der Reihe für deutlich mehr Ladestationen zu sorgen. Selbst Elon Musk bringt es fertig für seinen Tesla ein Ladessystem von Skandinavien bis nach Portugal zu installieren. Das Reichweitenproblem wird er zudem mit seiner neuen Gigafabrik für Stromspeicher lösen. Stromspeicher in Autos können zudem Energie dann aufnehmen, wenn es ansonsten bei starkem Wind zum Wegschalten der geernteten Windenergie kommt.

Ungeheurer Arbeitsplatzverlust droht in Deutschland
Dramatisch könnte es im schlimmsten Fall für die Angestellten der Automobilhersteller werden. Zumindest dann, wenn die sparsamen Deutschen anfangen nachzurechnen und feststellen, dass schon jetzt die höheren Anschaffungskosten eines Elektroautos durch deutlich geringere Wartungs- und Kilometerkosten ausgeglichen werden. Fabriken für Verbrennungsautos bei vielen Zulieferern wird  dann kaum jemand in der bisherigen Anzahl brauchen. Zehntausende von Arbeitsplätzen in Deutschland stehen auf dem Spiel. Daher bleibt nicht zuletzt im Interesse vieler Arbeitnehmer zu hoffen, dass deutsche Hersteller bald an die Reichweite von Musks Tesla herankommen, obwohl es sogar jetzt schon zufriedene Fahrer deutscher Elektroautos gibt.

Daher sollten die zuständigen Politiker schnellstens reagieren und ein zukunftsfestes Mobilitätskonzept entwickeln und sofort Maßnahmen zur Umsetzung treffen. Auch angesichts versmogder Metropolen in China war es schon lange absehbar, dass es der Verbrennungsmotor schwer haben wird. Mit den bisherigen Methoden bringt die Regierung nicht die Anzahl von einer Millione Elektroautos auf die Straßen. Nun ist höchste Eile geboten, um den gravierenden Strukturwandel in der deutschen Automobilbrache rechtzeitig in Gang zu bringen.