Schluss mit Jammern – auch nicht über die EZB

JammerfreieZone_KarinWess.com_-768x623Wir Deutschen sind bekannt für unsere „German Angst“ und unser Jammern. Gestern ging das Gejammere darüber los, dass die Zinsen durch die geringfügige Zinssenkung der EZB auf nun Null mindestens vorübergehend abgeschafft wurden. Geht es uns in Deutschland deshalb schlechter? Der deutsche Michel mit seinem Bausparer und der Kapitallebensversicherung samt Sparbuch ist zwar tatsächlich schon seit einigen Jahren über die mickrigen Zinsen frustriert. Aber es gibt eine viel bessere Alternative zu Zinsanlagen – doch dazu später mehr.

Während wir so viel jammern, in Familien- und Freundeskreis häufig immer besorgter über die Flüchtlingspolitik sprechen, leben wir in vielen deutschen Regionen in einer Arbeitswelt mit Vollbeschäftigung. Noch nie gab es in Deutschland so viele Erwerbstätige. Seit Jahrzehnten hatten wir keinen solchen Überschuss im Staatshaushalt mehr. Trotz der Flüchtlingskrise bleibt das wohl auch 2016 so. Um uns herum in Europa herrscht nicht nur unter Jugendlichen Massenarbeitslosigkeit. Aber in der Exportnation jammern die vielfachen Exportweltmeister über ausbleibende Zinsen. Viele deutsche Unternehmen wissen nicht mehr wohin mit dem verdienten Geld. Haben sie keine Investitionsideen? Potentielle Existensgründer kommen in der gut laufenden deutschen Wirtschaft leichter an Aufträge als in früheren Jahren mit Stagnation oder Rezession. Ideen und Konzepte ließen sich vielleicht noch nie so leicht entwickeln und umsetzen wie heute im Zeitalter von Crowdinvesting und Niedrigzinsen.

Für Familien wurde mit Kindergeld und dem Ausbau von Kita-Plätzen sowie Ganztagesschulen schon sehr viel in den letzten Jahren gemacht. Und es wird auch noch weiter viel in Kinder investiert – wenn auch manchmal an den falschen Stellen. Doch grundsätzlich liegt es nicht am fehlenden Geld, wenn irgendwo noch Verbesserungs- und Handlungsbedarf besteht. Bei den niedrigen Zinsen und den vielen Förderprogrammen kommt jeder Mensch mit Ideen, einen guten Konzept und dessen ordentlicher Vorstellung vor Geldgebern in Deutschland auch zum nötigen Investitionskapital. Familie und Beruf – vor allem als Selbstständiger lassen sich durchaus verbinden. Natürlich ist dabei auch Durchhaltewillen gefragt.

Doch vor lauter Jammern scheinen vielen die Ideen auszugehen. Das Geld in Bausparern, Sparbüchern und Kapitallebensversicherungen liegen zu lassen, hat nichts mit Kreativität, Unternehmertum und Eigenverantwortung zu tun. Es ist einfach nur bequem, hilft aber keinem weiter. Wachstumsimpulse für andere EU-Länder oder im Kleinen für die Kommune um die einzelnen Akteure herum können so nicht entstehen. Vielen Kindern und Schülern wird wohl leider immer noch nahe gelegt, sich zukünftig einen gemütlichen Arbeitsplatz bei Vater Staat beim Bosch, Daimler oder Siemens zu suchen.

Dabei baut gerade Siemens 2500 Arbeitsplätze in Deutschland ab. Daimler verpasst möglicherweise die Zukunft der Elektromobilität, wenn es sich nicht sputet und den großen Rückstand aufholt. Darüber zu jammern, hilft nicht weiter. Jeder sollte seine persönlichen Chancen in einem zukunftsträchtigen Gebiet suchen. Sich gründlich informieren, dann aber einfach mal loslegen statt perfektionistisch einen Detailplan ausarbeiten zu wollen, der in einer komplexen, sich schnell verändernden Realität ohnehin immer wieder angepasst werden muss. Viele sind mit ihrem Arbeitgeber zufrieden. Na und! Selten war es so einfach wie jetzt einen neuen, besseren Arbeitgeber zu finden. Es gibt viele Weiterbildungsmöglichkeiten – zum Teil vom Staat bezuschusst. Jeder, der es will, kann sich mit etwas Ausdauer beruflich enorm entwickeln. Man muss sich nur in Bewegung bringen. Bei einem dann deutlich höheren Einkommen spielt es übrigens eine geringe Rolle, ob man 1-2 Prozent mehr Zinsen bekommt.

Ach ja, die Alternative zum Sparbuch. Die gab es schon immer. Diese Alternative wird leider in einer von Finanzbildung gering betroffenen deutschen Bevölkerung (auch deutsche Journalisten sind schlecht informiert) kaum entdeckt. Wer sich informiert, stößt auf dem Weg zu seiner Unabhängigkeit von Arbeitgebern oder zumindest zur Vermeidung von Altersarmut auf ETFs und aktive Aktienfonds. Damit lässt sich chancenreich und mit richtiger Vorgehensweise ohne großes Risiko Wohlstand aufbauen. Jammern zählt also nicht mehr für gut Informierte.

Weitere Informationen gibt es auf diesem von einer gmeinnützigen Stiftung getragenen Informationsportal Finanztip. Der langjährige Chefredakteur von Finanztest, Hermann-Josef Tenhagen, ist hier federführend am Werk.

Inspiriert zu diesem Artikel wurde ich von Karin Wess und ihrer 21-Tage-Challenge

Arbeit oder Arbeitslosigkeit durch Digitalisierung?

Mal wieder wird in den letzten Wochen diskutiert, ob die Digitalisierung zu massiven Abbauch von Arbeitsplätzen führt (Zeit.de). Dabei verläuft die Diskussion häufig in alten marxistischen Argumentationslinien. Übersehen wird die Möglichkeit, den marktwirtschaftlichen Rahmen mit Angebot und Nachfrage insbesondere auch an den Börsen beizubehalten. Aber gleichzeitig könnte man das Produktivvermögen der börsennotierten Unternehmen auf einen größeren Teil der Bevölkerung verteilen. Kapitalbildung der kleinen Leute müsste also gefördert werden. Eventuell mit einer Teilgarantie des Staates im Falle eines Börsencrashes, der historisch gesehen immer nur ein vorübergehender Crash sein kann. Das würde dazu führen, dass im besten Falle jeder Bürger nicht nur Arbeitseinkommen, sondern zusätzlich ein Einkommen aus Kapital erhält – Monat für Monat. Damit wäre es nicht mehr so entscheidend, wie hoch einzelne Tarifrunden ausfallen. Das Arbeitseinkommen wäre nur mehr ein Teileinkommen. Zudem ist die Idee reizvoll, eine Steuer auf Maschinen und Roboter einzuführen. Doch bisher wird im Gegenteil nur Arbeit besteuert und mit Sozaalversicherungsbeiträgen versteuert – ein zusätzlicher Anreiz, Arbeit wegzurationalisieren. Seit Jahrzehnten wollen Politiker den Faktor Arbeit von Sozialversicherungsabgaben entlasten. Den Worten jedoch folgten nie nennenswert Taten.

Die Kapitalverteilung würde noch stärker zum Tragen kommen, würde der Gesetzgeber eine Art Mini- oder Handwerker-AG schaffen. In der Form, das der Kleinunternehmer die Entscheidungshoheit behält, jedoch über eine Miniaktiengesellschaft Eigenkapital für Investitionen erhält – von Kleininvestoren, deren Investition je nach Monatseinkommen zum Teil staatlich gefördert werden. Diese Kleininvestoren, die nicht direkt in einzelne (Klein-)AGs, sondern in Aktienfonds oder Aktienindizes bzw. ETFs investieren sollen, bekommen im Gegenzug Gewinnanteile. Zuvor muss der Kleinunternehmer allerdings einige Jahre bewiesen haben, dass er Gewinne erwirtschaften kann und nicht das Kapital anderer vernichtet. Der Rahmen des Wirtschaftens kann damit marktwirtschaftlich gestaltet werden. Gleichzeitig wird das Produktionsvermögen auf die Bevölkerung verteilt. Wäre es nicht so marktwirtschaftlich eingebettet und gewinnorientiert ausgerichtet, um der Bevölkerung ein möglichst hohes Kapitaleinkommen zu bieten, könnte man es fast marxistisch nennen.

Überzogene deutsche Garantien

Die arme Angela Merkel scheint sich wenig mit dem Finanzmarkt beschäftigt zu haben und nicht die passenden Berater ins Kanzleramt geholt zu haben. Waren es vielleicht wie in anderen Ministerien auch von Verbänden bezahlte Mitarbeiter?

Spareinlagen sollen sinnloserweise in unbegrenzter Höhe garantiert werden. Wozu muss ich jemanden 200.000 Euro auf dem Sparbuch garantieren. Das deutsche Sicherheitsdenken nimmt immer perversere Züge an. Die 20.000 Euro, die bisher pro Bank gesichert waren genügen. Wer zweimal 20.000 Euro auf zwei Banken verteilt, hat 40.000 Euro gesichert. Darüber hinaus kann man langfristig in sehr breit gestreuten Aktienfonds anlegen. Diese sind sicherer als Sparbücher und Staatspapiere. Andere schreiben das Gegenteil? Nun, es genügt einfach mal in die Vergangenheit zu sehen.

In den letzten 100 Jahren erlitten die deutschen Sparer zweimal einen Totalverlust bei Sparbüchern und Staatspapieren; anfang der 1920er während der Hyperinflation und nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Währungsreform. Hingegen verloren die Aktienfonds, die breit über mehrere Länder hinwegstreuen, niemals über mehrere Jahre hinweg an Wert, geschweige denn, dass sie Totalverlust erlitten.

Mit gesundem Menschenverstand lässt sich das auch erklären. Ein Aktienfondsbesitzer ist direkter Eigentümer von Fabrikanlagen und Belegschaften, in denen Maschinen, Autos, Waschmittel, Lebensmittel, Computer, Zeitungen, Bücher, Finanzdienstleistungen, Softwareprogramme usw. produziert wird.

Diese Dinge werden von den Menschen immer benötigt und bezahlt. Egal ob es zwischendurch einen Crash, eine Hyperinflation oder eine Währungsreform gibt. Die Fabriken stehen, die Belegschaften verlieren ihr Wissen nicht, mit dem sie produzieren. Daher gibt es nichts sicheres als breit über mehrere Länder hinweg gestreute Aktienanlagen.

Nicht einmal vermietete Wohnungen sind sicher. Denn auch Immobilien verloren, besonders in strukturschwachen Regionen aber ebenso in Ballungsgebieten, mitunter massiv an Wert. Spareinlagen und auch Staatspapiere wie Bundesschatzbriefe sind letztlich nur bedrucktes Papier, ohne realen Produktionswert, wie ihn eine Fabrikanlage, Maschinen, oder das Wissen einer Belegschaft verkörpern.

Von den Garantien der Angela Merkel sind nun eben gerade diese Aktienfonds ausgenommen. Ein fatales Zeichen in die falsche Richtung. Damit würde möglicherweise der letzte klägliche Rest an Aktienfondskultur in Deutschland zerstört. Besser wäre es gewesen, die Regierung garantiert Spareinlagen bis etwa 30.000 Euro und veröffentlicht zusätzlich eine lange Liste an breit gestreuten Aktienfonds für deren Werterhalt sie auf 15-Jahressicht garantiert.

Zwischenzeitlich würde ein cleverer Finanzminister in der irrationalen Phase der Untertreibung an den Börsen die Schnäppchenpreise am Aktienmarkt und insbesondere bei den Banken nutzen, um Anteile zur Marktberuhigung billig zu kaufen und danach zugunsten des Steuerzahlers teuerer wieder zu verkaufen.

Die angesprochene 15-Jahresgarantie würde zum einen so gut wie nie in Anspruch genommen werden müssen, zum anderen würde sie die Aktienfondskultur endlich nachhaltig fördern und allen Bürgern Teilhabe am Produktivvermögen sichern, somit auch langfristig den Sozialstaat entlasten. Denn dann können vermögende Bürger besser für sich selbst sorgen als von den mickrigen Renditen der Sparbücher.

Kriminelle Bilanzfälschungen und der arme Sparer

So genannte „Anlageexperten“ empfehlen häufig, bestimmte Aktien zu kaufen. Dabei berufen sie sich regelmäßig auf spezielle aussichtsreiche Märkte wie den Mobilfunkmarkt, auf technologische Marktführerschaft der empfohlenen Aktiengesellschaften, auf schlicht ausgezeichnetes Management, auf der Wachstum vergangenen Jahre, das sich so fortsetzen würde und auf andere Daten. Entscheidende Faktoren, nämlich Bilanzfälschungen werden dabei außen vor gelassen.

Daher versäumen diese „Finanzexperten“ es – vielleicht aus eigenen materiellen Interessen, eine ausgezeichnete Alternative zu der schwierigen Anlageentscheidung zugunsten einzelner Aktien zu nennen. Bei jedem Kauf und Verkauf verdient die Bank an den Provisionen, die hier anfallen. Viel klüger wäre es, einige der wenigen ausgezeichneten Aktienfonds zu kaufen, die über Jahrzehnte hinweg auch Kleinanlegern im Durchschnitt mindestens 10 Prozent Rendite einbrachten. Diese Aktienfonds kann und sollte man dann auch Jahrzehnte in seinem Depot belassen bzw. nur zum Teil verkaufen, will man sich größere Dinge, z.B. ein neues Auto, anschaffen. Nebenbei erwähnt ist es auch hier fraglich, ob man ein Auto bar bezahlen sollte, wenn die Autobanken in diesen fällen Kredite anbieten, mit extrem niedrigen Zinsen von bis zu 0,1 Prozent. Schließlich bringt das gleiche Bargeld in Aktienfonds angelegt viel höhere Renditen. Prinzipiell gilt ähnliches beim Kauf von Immobilien.

Nur kreative Buchführung

Einleitend wurden bereits mögliche Bilanzfälschungen angesprochen. Am inzwischen so nicht mehr existierenden Neuen Markt der Frankfurter Börse standen sie in seinen letzten Tagen fast täglich auf der Tagesordnung. Und wenn es nicht um Bilanzfälschungen ging, so wurden häufig die so genannten ad-hoc-Meldungen manipuliert. Diese tragen mitunter zu entscheidenden Kursbewegungen einzelner Aktien bei. Aktuell musste wieder der zweitgrößte PC-Hersteller Dell Bilanzfälschungen zugeben. Angeblich handele es sich nur um zeitlich falsche Buchungen, von einzelnen Mitarbeitern aus dem Motiv heraus getätigt, ihre vorgegebenen Quartalsziele zu erreichen. Vorgeblich ändere sich dennoch nicht viel. Das Nettoergebnis falle kumuliert nur um 50 bis 150 Mio. Dollar geringer aus. Dass es jedoch für Aktionäre auch mit Verlusten von weltweit 200 Mrd. Dollar zwischen 1998 und 2003 viel schlimmer kommen kann, bewies der Enron-Skandal und auch andere Unternehmen; beispielsweise EM.TV, Flowtex, Parmalat. Geändert an der Möglichkeit mit krimineller Energie Unternehmenszahlen zu fälschen hat sich nichts, auch wenn Medienberichte das suggerieren wollen. Der Fall Dell zeigt das nun.

Kriminelle Machenschaften

Verurteilt werden die verantwortlichen Manager leider nur selten. Im konkreten Einzelfall muss bewiesen werden, dass es keine falsche Managemententscheidung war, die in der real existierenden Marktwirtschaft vorkommt, da die Akteure die Zukunft und das Verhalten der Kunden und die Entwicklung der Konkurrenzprodukte nicht voraussagen können. Betroffene Anleger müssen in Deutschland zudem noch nachweisen, dass sie die betroffenen Aktien direkt im zeitlichen und sächlichen Zusammenhang mit gefälschten ad-hoc-Meldungen erworben haben, um von dem Unternehmen entschädigt zu werden. Musste das Unternehmen Insolvenz anmelden oder ist der Haupttäter als Firmengründer pleite, ist zumeist sowie so keine Entschädigungsmasse mehr vorhanden.

Aktienfonds statt Aktien

Wie sollen nun Sparer auf diese de facto immer existierenden Gefahren reagieren? Ganz einfach: Finger weg von Aktien, solange Politiker unfähig sind ein geeignetes Kontroll- und Sanktionssystem zu schaffen; außer man betrachtet seine Anlagen als Lottospiel und nicht als Geldanlage zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge. Akienfonds stellen als eigene Anlagekategorie eine langfristig sehr sichere und hoch rentable Alternative dar. Überlegt man sich noch wie Banken (IKB, Sächsische Landesbank) mit ihrem Kreditentscheidungen verfahren, lässt sich sogar behaupten, Aktienfonds sind sicherer als Sparbücher. Denn mit Aktienfonds verteilt man sein Geld und das geringe Verlustrisiko auf viele – nämlich bis über hundert – einzelne Firmen wie Nestle oder Henkel. Wer glaubt schon das Nestle oder Henkel in Krisenzeiten seine Lebensmittel und Reinigungsmittel nicht mehr an den Mann bringen würde? Essen und waschen müssen die Menschen immer.

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Hier ein nützlicher Blogartikel zur Anlage in Aktienfonds.

Wie in der Praxis ganz legal vor den Anlegern geschwindelt wird zeigt hier Prof. Dr. Ottmar Schneck.

Der Autor lehrt an der European School of Business in Reutlingen und hat den Lehrstuhl für Banking, Finance & Risk. Darüberhinaus ist er als Lehrbeauftragter an in- und ausländischen Hochschulen aktiv, Autor und Herausgeber zahlreicher Lehrbücher und Mitinitiator der Mittelstandsbank.

Neue soziale Frage – Aktienfondsanlage?

Die Börse und mit ihr die „Spekulanten“ müssen häufig als Schuldige für Turbulenzen an den Finanzmärkten herhalten. Ist das jedoch tatsächlich der Fall, dass sie die Verursacher von Wirren auf den Börsenplätzen dieser Welt sind? Was geht an den Börsen tatsächlich vor sich? Wer steht hinter dem Geschehen? Wird dort wirklich Vermögen vernichtet?

An der Börse treffen zuerst einmal Angebot und Nachfrage bezüglich Aktien und Wertpapiere aufeinander. Marktakteure geben ihre Gebote bestens oder mit einem Kauf- oder Verkaufslimit ab. Nun wird mehrmals am Tag ermittelt zu welchen Kurs bei den entsprechenden limitierten Aufträgen am meisten Wertpapiere gehandelt werden. Dieser Kurs kommt dann zustande – bis zur nächsten Preisfeststellung.

Grund für Kursveränderungen

Was bewegt nun die Akteure dazu, Aktien zu kaufen bzw. zu verkaufen oder eben nicht – und welche Limits setzen sie? Lässt man die Charttechniker mal außen vor, die eher kurz- oder mittelfristig agieren und dabei auf den Chart, die Graphik mit der vergangenen Kursentwicklung, achten, kommt es im wesentlichen auf die Fundamentaldaten an. Fundamentaldaten beziehen sich letztlich auf zukünftig erwartbare Gewinne. Die Prognosen der Gewinne können auf einer in den letzten Jahren konstant gestiegenen Gewinnentwicklung basieren, auf der Marktsituation im Umfeld des Unternehmens, z.B. Autobranche, auf der Bilanzanalyse, die zeigt, dass ein Unternehmen, wenn man den Buchwert betrachtet, viel mehr wert ist, als der aktuelle Kurs aller Aktien und/oder auf schon abgeschlossenen aber noch nicht realisierten Aufträgen von Kunden. Die getroffenen Marktentscheidungen haben in der Summe anschließend entsprechenden Kursbewegungen zur Folge.

Kleine Börsenkrisen und ihre wahren Verursacher

Turbulenzen entstehen plötzlich in den Fällen, in denen es unvorhergesehene Nachrichten – meist negativer Art – gibt. Ist nun der Übermittler der Nachrichten und diejenigen die mit veränderten Kauf- und Verkaufaufträgen auf diese Nachrichten reagieren der „böse Finanzjongleur“? Sollte man nicht tiefer nach den Ursachen graben? Tut man dies, stößt man letztlich auf so manchen Manager, der sich mit einigen Fusionen verhoben hat. Detlef Schremp als früherer Daimler-Chrysler-Chef ist hier das Paradebeispiel. Ist es den „Spekulanten“ zu verdenken, dass sie ihre zukünftigen Erwartungen hinsichtlich der Konsequenzen für die weitere Gewinnentwicklung nach solcher extremen Fehlentscheidungen wie bei der Übernahme und Integration von Chrysler überdenken? Kann man jemanden zwingen dem Staat Argentinien noch Geld zu leihen, wenn die Finanzpolitiker und Notenbankchefs wie 1997 auch in asiatischen Ländern grob fahrlässig mit der Landeswährung und dem staatlichen Haushalt umgehen? An der Börse wird somit nichts anderes getan, als über das Tun der Manager und verantwortungsloser oder verantwortungsvoller und fähiger Finanzpolitiker und Notenbanken zu urteilen. Diese Urteile fließen dann in die Kaufs- und Verkaufsentscheidungen ein und bewirken die Kursentwicklung der Wertpapiere in der näheren Zukunft.

Die Qual der Wahl

Wie soll sich der Anleger angesichts dieser Mechanismen verhalten? Bilanzen, abgeschlossene Aufträge, die Fähigkeit eines Managements, nicht zuletzt auch seine Ehrlichkeit – siehe die Bilanzfälschungen und getürkten Auftragsmeldungen etlicher Firmen vor dem Börsencrash 2000, kann nicht jeder über eigene Internetrecherchen, das Lesen der Wirtschaftspresse und das Anschauen von Wirtschaftssendungen im Rundfunk analysieren. Dafür gibt es aber seit Jahrzehnten erfolgreiche Fondsgesellschaften und -manager. Viele Menschen scheinen jedoch Probleme damit zu haben, die Spreu unter den Aktienfonds vom Weizen zu trennen. Denn nur die wenigsten unter den tausenden von Aktienfonds sind wirklich besser als der Marktdurchschnitt, der sich in Indizes wie dem Dax verkörpert. Interessanterweise sind es jedoch fast immer die gleichen Fonds, die zur elitären Spitzengruppe gehören. Das findet der Aktienfondssparer dann heraus, wenn er sich die Renditeentwicklung der vergangenen Jahre ansieht. Dabei sollte er nicht den Fehler machen, sich von einigen Glückstreffern einiger Aktienfonds über einen kurzen Zeitraum hinweg blenden zu lassen. Fünf Jahre wären hier der kürzeste Betrachtungszeitraum. Eher sollte man zweistellige Renditen pro Jahr über zehn Jahre hinweg und länger konstatieren können, bevor die Entscheidung zum Kauf eines bestimmten Aktienfonds fällt.

Exotischere Anlageregionen mit hohen Chancen zur Risikominimierung

Ausnahmen kann der Anleger machen, wo es sich um spezielle Anlageregionen handelt, in denen die Aktienfonds noch nicht so lange an den Börsen investieren. Dazu gehören Osteuropa, Russland, China, Indien und bald auch Afrika. Den nötigen langen Atem vorausgesetzt, erscheint es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass der Anleger in Wachstumsmärkten Verluste erleiden, in denen es in der Bevölkerung noch derart viel Wachstum beim Wohlstandsniveau gibt. Kurzfristige Kurseinbrüche nach übertrieben schnell gestiegenen Kursen sind dann eben auszusitzen. Orientieren sollte man sich bei der Auswahl solch spezieller Aktienfonds an den Fondsgesellschaften, die andere sehr bewährte Aktienfonds verwalten. Sinnvoll ist die Beimischung anderer Anlageregionen als Deutschland und Europa, weil so das Risiko von zwischenzeitlichen Verlusten weiter vermindert wird.

Soziale Dimension und Verteilungsgerechtigkeit

Anstatt sich sich über die Turbulenzen an den Börsen aufzuregen und den Kopf zu zerbrechen, sollten sich die Menschen mehr mit Aktienfonds befassen, jedoch die Finger von einzelnen Aktien lassen, die sie letztlich nicht so gut wie die Aktienfondsmanager bewerten können. Derartige Kursdellen bieten die beste Kaufgelegenheit. In Zeiten in denen immer mehr Einkommen aus Kapitalanlagen und immer weniger mit der Arbeit von Menschen erzielt wird, ist es geradezu als die kommende soziale Frage zu bezeichnen, ob es gelingt die ganze Bevölkerung am Börsenkapital zu beteiligen, dessen Besitzer einen ständig zunehmenden Teil des erwirtschafteten Einkommen vereinnahmen. Wer sich nur auf sein Arbeitseinkommen verlässt, wird sich nicht über den zunehmenden Unterschied zwischen Arm und Reich beklagen dürfen.

Bildungsarbeit in Sachen Aktienfonds

Leider wird der Vorteil des Aktienfondssparens von Journalisten und (Bildungs-)Politikern zu wenig vermittelt. Denn umfassend betrachtet gehört die Aufklärung der Bürger in Finanzangelegenheiten zur Sozial- und Bildungspolitik. Über 30 Jahre beträgt nämlich bei monatlich angesparten 150 Euro – ohne Anpassung an das später erhöhte Einkommen – der Unterschied des Ertrags aufgrund unterschiedlicher Rendite zwischen Sparbuch (ca. 4 %) und Aktienfonds (ca. 9 %) ca. 147.000 Euro; mit allen Konsequenzen für die Altersvorsorge oder die Bildungsinvestitionen für Kinder und Enkel. Wie wenig kurzfristige und zwischenzeitliche Kursausschläge zu fürchten sind, wird hier im „Manager-Magazin“ in einem Interview am Beispiel der aktuellen Aufreger der Kreditkrise reflektiert.

Weitere Informationen:

Hilfen bei der Recherche nach soliden Aktienfonds bietet dieser frühere Blogeintrag von mir – insbesondere die am Ende angeführten Aktienfonds.

Um die vergangenen Renditeentwicklungen nachzurechnen, bietet sich der Jova Zinsrechner an. Dieser kann hier runtergeladen werden. Sinnvollerweise gibt man den Kurs am Anfang eines Zeitraumes als einmaligen Anlagebetrag ein – abzulesen aus den Charts der Aktienfonds –, den betrachteten Zeitraum als Laufzeit und versucht dann den Kurs am Ende des betrachteten Zeitraums zu erzielen. Dazu gibt man verschiedene Zinssätze ein, bis
man den tatsächlich Endkurs erreicht hat. Somit kennt man die Rendite der Vergangenheit und kann Fonds vergleichen. Zeitschriften wie Finanztest, Capital, Wirtschaftswoche oder Focus Money bieten immer wieder Übersichten mit den besten Fonds an. Diese sind jedoch mit großer Vorsicht zu genießen. Oftmals sind die Vergleichszeiträume zu kurz und die Aktienfonds nicht richtig vergleichbar oder nicht gründlich recherchiert. Im Internet bieten finanzoptimierung.de, cortalconsors.de („Einfache Suche“, Fondstyp „Aktien“ und gewünschte Kategorie auswählen) oder ariva.de (dann auf die einzelnen Regionen klicken, um die besten Fonds anzuzeigen, im Fünfjahresvergleich auflisten und auf Vergleichbarkeit achten) und vielen andere Seiten ebenfalls Vergleichsmöglichkeiten. Diese richtig zu nutzen, ist jedoch nicht immer einfach.

Ohne Zittern an der Börse investieren?

Nachdem in den letzten Wochen ausgehend von der amerikanischen Hypothekenkreditkrise vor allem im subprime-Sektor von den Medien und Finanzmarktakteuren wie BaFin-Chef Sanio kräftig unterstützt viel Hysterie verbreitet wurde, wird des langsam Zeit wieder zur Besinnung zu kommen. Inzwischen musste der Dax einen völlig normalen Rückschlag hinnehmen. Nun sollten die langfristig orientierten Anleger diese für die nächsten Jahre vielleicht einmalige Kaufgelegenheit nutzen und nicht in einzelne Aktien, sondern in Aktienfonds investieren, die Risiken breit streuen. Danach befolgen sie den Rat des Börsenaltmeisters André Kostolany, nehmen einige Schlaftabletten – nicht zu viele – und legen sich einfach schlafen, ohne auf die zwischenzeitlichen Kursschwankungen zu achten.

Kaufen und Schlaftabletten nehmen

Zwar hat Kostolany immer von einzelnen Aktien gesprochen. Allerdings ist er vor dem Börsencrash des März 2000 gestorben, nämlich mit 93 Jahren im Jahre 1999. Nach den Lehren des Börsencrashes von 2000 hätte er möglicherweise Anlegern nur noch Aktienfonds empfohlen. Denn dieser Crash hatte deutlich gezeigt, dass es für Durchschnittsanleger keine Chance gibt, zu erkennen, welcher Vorstand die Bilanzen fälscht oder Großaufträge fingiert. Die aktuelle Subprime-Krise erneuerte diese Lehre wieder und erweiterte sie auf die Ratingagenturen. Heute sollte daher jedem Sparer bewusst sein, dass weder Aufsichtsräte noch Ratingagenturen wirksam Einzelrisiken richtig einschätzen und vermeiden können.

Geringes Risiko bei Aktienfonds

Insofern kann der Normalsterbliche nur die Konsequenz ziehen und sich auf Aktienfonds oder Lebensversicherungen britischer Herkunft mit dem bewährten Smoothing-Effekt (graphische Darstellung) beschränken. Die Aktienfonds senken das Risiko, weniger als mit Sparbüchern, Bausparern oder den traditionellen Kapitallebensversicherungen (Vergleich mit Britischen Lebensversicherungen) unter zwei Bedingungen nahezu gegen Null. Einmal geht es um den zeitlichen Horizont, zum anderen um die regionale Streuung der Aktienfondsinvestments.

Der Faktor Zeit

Der Anleger sollte einen Anlagehorizont von mindestens fünf oder besser ca. zehn Jahre mitbringen und nicht dann mit einem größeren Einmalbetrag einsteigen, wenn die Börse eine länger anhaltende Ralley hinter sich hat. Mit monatliche Sparraten von zum Teil bereits 25 Euro kann man jederzeit beginnen, weil hier aufgrund der Kursschwankungen der so genannte Cost-Average-Effekt mit höchster Wahrscheinlichkeit einen Zusatzgewinn beschert. Wie historische Vergleich zeigen, gab es über längere Zeiträume bei den wenigen herausragenden und zugleich meist seit Jahrzehnten existierenden Aktienfonds (siehe unten) niemals Verluste für die Investierten.

Risikostreuung über verschiedene Regionen

Die zweite Voraussetzung eines nahezu risikofreien Investments stellt die regionale Diversifizierung dar. Häufig machen Menschen den Fehler und kaufen übermäßig viele Aktien(fonds) aus ihrem Land oder ihrer Regionen – zum Beispiel Amerikaner Aktien von Ostküstenfirmen. Das verhindert die Mitnahme von Wachstumrenditen in anderen Weltregionen als nur der eigenen und beugt Schwächen im Heimatmarkt vor.

Die liebe Psyche

Psychologisch betrachtet ist es sinnvoll, sich dessen bewusst zu sein, dass man sogar nach einem Kurseinbruch von 50 Prozent nach langjährigen Sparen immer besser dasteht als der vergleichbare Sparbuchbesitzer. Oftmals wird über die entgangenen Gewinne gejammert ohne klar zu sehen, wie hoch die langjährige Durchschnittsrendite trotz eines Kurseinbruches noch ist.

Das KGV als Kriterium

In einem empfehlenswerten Artikel in der „Zeitschrieb Robert von Heusinger richtig vom entscheidenden Kriterium des KGVs der börsennotierten Firmen. Dahinter steht die triviale Erkenntnis, dass die Börsenkurse sich langfristig ausschließlich entsprechend der Gewinnentwicklung in den Unternehmen verhalten. Offensichtlich ist diese einfache Tatsache vielen Wirtschaftsjournalisten zu einfach – oder sie befürchten ironisch formuliert, ihre komplexen Artikel werden nicht mehr gelesen. Zur Zeit des Kurshöhepunktes des Deutschen Aktienindexes Dax war das KGV halb so hoch wie bei Zerplatzen der Kursblase im Jahre 2000; die Kurse hätten sich also auch nochmal verdoppeln können. Im Artikel selbst täuscht sich Häusinger jedoch wohl mit der Einschätzung, die Gewinne würden zu optimistisch prognostiziert. Wahrscheinlich ist ihm dabei nicht bewusst, dass mit dem Einstieg Indiens, Chinas, Restasiens, Russlands und auch Lateinamerikas ein ungeheurer Wachstums- und Nachfrageschub hervorgerufen wird, der die Gewinne der Unternehmen noch lange in die Höhe treiben wird.

Mit Limits absichern

Im übrigen ist es sinnvoll, je nach Aktienfonds – ob einen Wachstumsmarkt wie China oder einen gemäßigteren Markt wie Europa betreffend – konsequenzt Stopp-Limits zwischen 15 und 25 Prozent Kursrückgang zu setzen, bei deren unterschreiten der Fonds ohne Zögern verkauft wird. Gewinne lässt man so laufen, Verluste begrenzt man. Meist spielt nur die Psyche der Anleger nicht mit, die sich zudem einbilden, voraussehen zu können, wann der Höchstkurs zum Ausstieg und ein Tiefstkurs zum Einstieg erreicht wird.

Limitservice von Finanzdienstleister

Daher ist es für den Normalanleger empfehlenswert, das  wohl derzeit einzigartige Serviceangebot der „finanzoptimierung.de Discountbroker AG“ zu nutzen. Hier wird zu einer günstigen einmaligen Einstiegsgebühr von 4-5 Prozent, die der Höhe des bei den meisten Banken üblichen Ausgabeaufschlages entspricht, seit wenigen Monaten ein Limit-Service geboten, die Stop & Go Performance bzw. -Strategie. Nach einem mittels einer Analysesoftware für jeden Fonds individuell ermittelten Limit, verkauft finanzoptimierung.de für den Anleger die Fonds, bevor zu große Verluste entstehen und steigt wieder günstig wieder ein, wenn sich die Lage entspannt hat. Damit entsteht ein zusätzliches Gewinnpotential, das finanzoptimierung.de für einzelne Fonds anhand vergangener Entwicklungen darstellt. Online sieht der Depotinhaber laut persönlicher Auskunft von finanzoptimierung.de, welche Limits aktuell für den jeweiligen Fonds gesetzt sind.

Nichts spricht dagegen, dass das, was in den letzten 50 Jahren funktionierte nun plötzlich alles anders wird. Mit monatlichen Sparraten kann man bei finanzoptimierung.de wie auch bei einigen anderen Fondsbrokern Fonds komplett ohne Ausgabeaufschlag bei minimalen Depotgebühren erwerben; einige Broker verlangen gar keine Gebühren, bieten aber auch keinen eigenen Limit-Service für den Anleger, der der Stop & Go Performance vergleichbar wäre.

Ruhig Blut bewahren

Wer kühlen Kopf bewahrt, nutzt unter Berücksichtigung oben genannter Bedingungen die Kursrückgänge trotz oder sogar wegen des Medienhypes um die Finanzmärkte zum baldigen Einstieg. Bedauerlich bis verantwortungslos ist es seitens einiger Wirtschaftsjournalisten, die eher Panik schüren denn sachlich
berichten, dass derzeit nicht wenige Sparer davon beeinflusst zu diesen niedrigen Kursen verkaufen anstatt (nach)zukaufen. Einen wirklichen Grund für zittrige Knie sollte es für besonnene Menschen an der Börse nicht geben. Leider wird das von Journalisten und (Bildungs-)Politikern zu wenig vermittelt. Denn umfassend betrachtet gehört die Aufklärung der Bürger in Finanzangelegenheiten zur Sozial- und Bildungspolitik. Über 30 Jahre beträgt nämlich bei monatlich angesparten 150 Euro – ohne Anpassung an das später erhöhte Einkommen – der Unterschied des Ertrags aufgrund unterschiedlicher Rendite zwischen Sparbuch (ca. 4 %) und Aktienfonds (ca. 9 %) ca. 147.000 Euro; mit allen Konsequenzen für die Altersvorsorge oder die Bildungsinvestitionen für Kinder und Enkel. Als eine der wenigen Ausnahmen wird hier im „Manager-Magazin“ in einem Interview sachlicher über die Kreditkrise und die mittelfristig sehr geringen Auswirkungen auf die Entwicklung des Aktienmarktes reflektiert.

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Hier einige Aktienfonds nicht als sofortige Kaufempfehlung, sondern als Recherchempfehlung und Thema für Beratungsgespräche mit mehr als nur einem Anlageberater:

Fidelity European Growth

Carmignac Investissement

Templeton Growth Euro

Pioneer America

DWS Vermoegensbildungsfond

MLIIF Emerging Europe A

ISI Far Eeast Equities

Fidelity Funds China Focus Fund

Uniglobal

Einen Vergleich mit Anbietern, die niedrige Fondskosten offerieren, findet man hier.

Neben finanzoptimierung.de bietet auch FondsClever.de eine breite Auswahl an ausgezeichneten Aktienfonds aber keinen Stopp-Loss-Absicherungsservice.

Das bereits erwähnte ausgezeichnete Interview im Manager-Magazin – Ausdruckanfrage gegebenenfalls wegklicken.

Neuer Indexfondsanbieter in Deutschland

Mit Vanguard kommt eine neuer Indexfonds-Spezialist nach Deutschland. Das US-Fondshaus verwaltet ein Vermögen von 1,1 Billionen Dollar. Allerdings werden die zehn zugelassenen Fonds zuerst professionellen Anlegern angeboten.

Das Handelsblatt meint, das geschehe zum richtigen Zeitpunkt.
„Die Gesamtkosten von Aktienfonds bei Vanguard betragen im Durchschnitt 0,4 Prozent im Jahr, von Anleihenfonds 0,2 bis 0,3 Prozent. Branchenkenner können sich daher vorstellen, dass Vanguard für Preisdruck sorgt.“

Vanguard ist bekannt für überdurchschnittliche Fondsrenditen und niedrige Gebühren. Für Käufe fallen nur geringe Gebühren an. Nur beim Verkauf nach weniger als 90 Tagen Haltedauer wird eine Rücknahmegebühr verlangt. Doch Aktienfonds sind auch für langfristige Anlage und nicht zum kurzfristigen Spekulieren gedacht.

Im Interview mit dem Manager Magazin betont Passant, Vanguards Marketing-Chef für Europa:
„Heute sind etwas weniger als 10 Prozent der deutschen Gelder an Indizes gebunden. Das muss man mit den USA, Großbritannien oder den Niederlanden mit 30, 17 und 20 Prozent vergleichen. Die Anleger werden auch immer sensibler, was die Kosten angeht. Aber auch eine breitere Diversifikation erkennen die Anleger zunehmend.“ Darin verweist er auch auf die Unabhängigkeit von irgendwelchen Banken, Versicherungen oder einer Börsennotierung der eigenen Anlagegesesellschaft.

In Österreich bekommt nicht nur der große instutionelle Anleger wie Versicherungsgesellschaften, sondern auch der Privatanleger Vanguardfonds für weniger als 100.000, nämlich ab 5000 Euro Anlagesumme, wie hier bei beim Wirtschaftsblatt (2001) zu erfahren ist. Zudem zahlt man bei Vanguard  pro 1000 Euro angelegtem Betrag nur durchschnittlich 2,7 Euro, während der Branchenschnitt bei 13 Euro liegt. Das macht Jahr führ Jahr ca. ein Prozent mehr Rendite aus.

Nicht zu verwechseln sind diese Indexfonds, meist als Exchange Traded Funds (ETF) angeboten, übrigens mit Indexzertifikaten, die oft unverschämt hohe Gebühren beinhalten und hinter denen keine reellen Aktienkörbe, sondern nur Nachbildungen stehen.

Wer sich für weitere, auch ältere Artikel zu Vanguard interessiert wird auch beim Wirtschaftsblatt fündig.

Deutsche Aktienfondskultur liegt am Boden

Der Artikel wird noch erweitert und mit einigen Links angereichert

Im Gegensatz zu anderen europäischen Anlegern haben es sich die Deutschen noch nicht bewusst gemacht, wie lohnenswert und unschlagbar eine Anlage oder ein monatlicher Sparplan in Aktienfonds ist. Dabei bieten viele Finanzdienstleister billigste bis kostenlose Depotführung an und verzichten auf den Ausgabeaufschlag von oft bis zu fünf Prozent.

Warum nur zahlen zehntausende von deutschen Bürgern ihren Banken hunderte oder eher tausende Euro? Vielleicht verwechseln manche die Sparkassen oder Banken mit Miseror oder dem Roten Kreuz und sehen das als Spende an?

Hier im Manager Magzin kann man sich gut über einige Spitzenfonds informieren. Allerdings könnte der Leser dabei den falschen Eindruck gewinnen, ein Fonds, der in einem Jahr ganz oben steht, sei gleich kaufenswert. Davor sollte sich ein Anleger hüten. Erst wenn ein Aktienfonds über fünf oder besser zehn Jahre hinweg eine sehr gute durchschnittliche Jahresverzinsung aufweist, kann er sich ohne Sorgen für diesen Fonds entscheiden. Nur wenige (Artikel1, Studie2) der vielen tausend Fonds sind wirklich kaufenswert. Im Grunde kann man sich die besten Fonds an zwei Händen abzählen.

Viel Interessantes über die Arbeitsweise eines der erfolgreichsten Fonds erfährt man im Interview (Manager Magazin) mit Alexander Scurlock. Sinnvollerweise vertraut man auf Fonds, die seit Jahrzehnten zweistellige Renditen erwirtschaften. Die jährliche Verwaltungsgebühr von 1,0 bis 1,3 Prozent kann man dann leicht verschmerzen.

Im Grunde reicht jedem Anleger ein global Anlegender Aktienfonds und ein europäischer – und vielleicht in geringer Dosierung (nur ca. je fünf Prozent) des Vermögens als Beimischung in einen amerikanischen oder chinesischen bzw. asiatischen Aktienfonds. Dabei sollte man das Geld mindestens fünf Jahre lang nicht benötigen. Ansonsten ist man bei einem Tagesgeldkonto für den verplanten Geldbetrag am besten aufgehoben. Grundsätzlich gilt als Faustregel, ein Reservepoolster von 2-3 Monatsgehältern auf dem Tagesgeldkonto zur flexiblen Verwendung vorzuhalten.

Vergessen sollten Anleger die Garantiefonds, die nicht annähernd die Rendite von Aktienfonds erreicht, wie Finanztest berichtet. Oftmals nutzen Banken deren undurchsichtige Kostenstruktur zum Abkassieren der Sparer.