Zukunft der Arbeit

Im FAZ-Interview spricht der der Arbeitswissenschaftler Wilhelm Bauer vom Fraunhofer-Institut über die Zukunft der Arbeit. Er scheint überzeugt davon zu sein, dass die Digitalisierung – angetrieben von vielen neuen Startups – ein evolutionärer Prozess ist. Und er sei notwendig, um das Ausscheiden der vielen Babyboomer aus der Arbeitswelt in einigen Jahren zu kompensieren.

Aber wird der Rationalisierungsprozess für die Arbeitnehmer tatsächlich so evolutionär-glimpflich ablaufen? Zum einen scheiden die Babyboomer (Jahrgänge um 1964) erst ab etwa 2025 aus. Bis dahin werden die Startups nach ihrer Wachstumsphase so wie Amazon und Zalando etablierten Unternehmern wie den Einzelhändlern kräftig zu schaffen machen. Jeder Student lernt im BWL-Grundstudium, dass im Konkurrenzkampf aus Kostengründen auf kein Potenzial der technologischen Entwicklung verzichtet werden kann.

Entwicklung bedeutet in der Digitalisierung zum Beispiel, dass Kunden sich über Internetportale gegenseitig selbst beraten und informieren und somit den klassischen Verkäufer teils überflüssig machen. Ähnliches gilt für Sekretärinnen und das mittlere Management, wenn Büroabläufe, Kommunikation und Einkauf weiter digitalisiert und automatisiert werden.

Selbst Taxifahrer haben schnell erfasst, welche Bedrohung Uber für sie darstellt, wie Hostels in airbnb.de kaum den willkommenen Geschäftspartner gesehen haben dürften. Es gilt also, den weiteren Verlauf der Digitalisierung zu beobachten und wirtschafts- wie gesellschaftspolitisch rechtzeitig darauf zu reagieren. Eine gesellschaftliche Trennung in viele überflüssige Arbeitslose (nur arbeitstechnisch gesehen) und den anderen Teil der Wissensarbeiter, Techniker usw. mit all seinen konfliktbehafteten Folgen sollte niemand wünschen.

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