Konsum, Investition oder konsumptive Investition

Wir sollen im Dienste der Wirtschaft und Arbeitsplätze konsumieren, aber auch investieren, damit wir selbst mehr für das Studium bzw. die Ausbildung der Kinder oder Enkel, die eigenen Krankheitskosten zahlen oder eine private Altersvorsorge besitzen, da das deutsche Rentensystem nicht mehr so leistungsfähig sein wird, wie wir das gewohnt sind.

Beides – Konsumieren wie Investieren – ist nicht möglich, oder? Wie wäre es mit konsumptiven Investitionen? Nehmen wir einen Kleiderschrank als Beispiel. Billig aus Sperrholzplatten zusammengeklebt überlebt ein solcher Kleiderschrank kaum einen Umzug geschweige denn dass er an die nächste Generation vererbt werden kann. Ähnliches gilt für viele andere Gebrauchsgegenstände, die es meist in einer oft über Generationen haltbaren Qualität gibt, oder als Billigimport aus Niedriglohnländern.

Die haltbare „Luxusversion“, die langfristig oft dennoch die günstige Variante ist und vor allem nicht die Müllberge aufgrund kurzer Lebensdauer stärker ansteigen lässt, wird dazu oft noch in Deutschland hergestellt und sichert so bei uns Arbeitsplätze. Hochwertige Möbel oder sonstige Haushaltswaren werden zudem nicht durch die Inflation entwertet wie das Papiergeld oder das Sparbuch bzw. Bundesschatzbriefe, die keinen Sachwert darstellen.

Gleichwohl sollte aus individueller Sicht der Verbraucher zuerst Investieren und im Idealfall aus den regelmäßigen Erträgen (=Passiveinkommen) seiner Rücklagen konsumieren. In Deutschland passiert – häufig aus Notlagen der Menschen aber auch aus Unwissen über die Zinsbelastungen oder die Alternative – das Gegenteil: Bevor man spart, konsumiert man auf Kredit und zahlt der Bank nicht nur den geliehenen Betrag sondern ständig auch Zinsen zurück, anstatt seinerseits Zinsen bzw. Rendite zu vereinnahmen.

Doch die dazu zumindest zeitweise notwendige Konsumenthaltung scheint nicht mehr besonders hoch im Kurs zu stehen. Oder muss man nicht von „falschen Konsum“ sprechen. Der „richtige Konsum“ in diesem Sinne wäre zum Beispiel ein „sparsamer Konsum“ wie Radausflüge mit gebraucht gekauften Fahrrädern in der eigenen Region oder Wandertouren. Kurze Tagesausflüge, für die keine Übernachtungskosten anfallen. Nutzen der öffentlichen Bibliotheken. Ganz trivial kann jeder Verbraucher auch die aktuellen Supermarktangebote nutzen und konsequent die Preise vergleichen. Grundsätzlich sollte man sich Dinge nicht immer dann kaufen, wenn man sie sofort braucht, sondern nach Möglichkeit rechtzeitig überlegen, was in Zukunft benötigt wird. Dann kann man ohne Zeitdruck die Preise vergleichen und auf ein Schnäppchen warten.

Stattdessen setzen viele auf teures Skifahren oder üppige Reisen im Sommer wie im Winter und kaufen sich Dinge „spontan“ wie es ihnen einfällt. So fehlt natürlich das Geld zum Investieren. Im schlimmsten Falle gerät man in die Fänge der Banken mit deren lockenden Kreditangeboten.

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