Das Ende der Kanzlerin Angela Merkel?

Angela Merkel hat den Bogen überspannt. An allen Ecken und Enden scheint sie sich politische Freunde zu vergrätzen oder alte Gegenspieler zu reanimieren. Neuestes Gefahrenpotential liegt für sie in der Wahl des Bundespräsidenten, weil von FDP Mitgliedern schon fast unverholen von Revolte die Rede ist. Zuerst nutzte sie die Schwäche des Wahlverlierers FDP uin NRW und brüskierte die Steuersenkungspartei FDP mit dem knappen Statement nach der Wahl, wonach es keine Steuersenkungen geben könne. Nun fordern erste Unionspolitiker gar Steuererhöhungen. In den letzten Tagen ließ sie nun auch Philipp Rösler vor die CSU-Wand laufen. Der hatte sein politisches Schicksal als Gesundheitsminister mit der Einführung eines einkommensunabhängigen Beitragskomponente, z.B. einer Kopfpauschale oder fixen Zuzahlungen für jeden Arztbesuch, verbunden.

Der Dreistigkeit der CSU, die wenige Stunden vor der Präsentation des FDP Gesundheitskonzepts durch Philipp Rösler auf einer Pressekonferenz einstimmig verkündete, mit ihr sei das Vorhaben Röslers nicht zu realisieren, gebot die Kanzlerin in keiner Weise Einhalt. Reinste Chaostage in Merkels Regierungsarbeit. Denn Ursula von der Leyen ließ sie nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung 24 Stunden im Glauben, sie wäre noch die Favoritin für den Präsidentenposten. Tatsächlich hatte sie schon zwei Tage vorher am Dienstag mit Wulff ein Abendessen und von diesem am Mittwoch zur Mittagszeit die Zusage zu seiner Kandidatur erhalten.

Am gestrigen Samstag nun widersprach sie offensichtlich um die FDP-Stimmen bei der Präsidentenwahl bangend doch noch Horst Seehofer. Dieser hatte im erst noch zu erscheinenden Spiegelinterview verkündet, das Röslers Kopfpauschale im Gespräch der drei Parteivorsitzenden längst beerdigt worden sei.

Inzwischen sind Angela Merkel die Fäden aus der Hand genommen worden. Sie lässt sich nur noch von den Ereignissen treiben. Eine derart verärgerte und von Angela Merkel herabgesetzte FDP ist zusammen mit den ebenfalls enttäuschten CDU-Abgeordneten in der geheimen Präsidentenwahl zu allem Bereit. Auch zum Thronsturz. Ohnehin sind die Abgeordneten in der Griechenlandfrage mit den Milliardenkrediten derart von der Kanzlerin und ihren Schergen überrumpelt worden, dass mit einer heftigen Trotzreaktion gerechnet werden kann. Niemand sollte überrascht sein, wenn der neue Bundespräsident doch Joachim Gauck hieße.

Bis hin zum Austausch der Chefin im Kanzleramt. Wäre zu Guttenberg nicht ein passende Alternative zu Angela Merkel? Er könnte die miserablen Umfragewerte der Union wieder in die Höhe treiben anstatt sich wie Merkel von den Geschehnissen und einer stärkeren Opposition treiben zu lassen.