Staat vermasselt Commerzbank-Einstieg

Am 8. Januar wurde die Teilverstaatlichung (25 Prozent Staatsanteil) der Commerzbank bekannt. Das habe den Staat laut Welt.de 1,8 Mrd. Euro gekostet. Zusätzlich schoss der Staat noch 8,2 Mrd. Euro an stillen Einlagen hinzu. Zusammen mit den bereits früher geleisteten Zuschüssen besitzt der Staat 16,4 Mrd. an stillen Einlagen. Nur weil sich die EU-Kommission einschaltete bekommt der Steuerzahler dafür zumindest 9 Prozent Verzinsung für die stillen Einlagen des Staates.

Sieht man sich einmal den Kurs an, der im November bei über 9 Euro lag, im Jahr 2007 bei über 35 Euro, nun aber unter 5 Euro, fragt man sich, warum der Staat die Bank nicht vorübergehend komplett oder zumindest zu 75 Prozent verstaatlicht, um sie dann wie für die Deutsche Bahn geplant nach der Finanzkrisenzeit wieder an der Börse zu verkaufen. Großbritannien hat auf diese Weise viel klüger gehandelt als unsere Regierung in Berlin.

Bank verstaatlichen, um sie wieder zu verkaufen
Der Kurs kann sich dann wieder vervierfachen – vorausgesetzt die Bank findet ein tragfähiges Geschäftsmodell. Aber sie müsste dann in dieser für sie schwierigen Zeit nicht 9 Prozent Zinsen für die 16,4 Mrd. Euro an stillen Einlagen zahlen. Das macht pro Jahr etwa 1,5 Mrd. Euro an Zinszahlungen die von der Bank an den Staat abgeführt werden. Im Finanzministerium scheinen die falschen Leute zu sitzen.

Diese haben nicht begriffen, dass die Finanzkrise im Wesentlichen auch auf Psychologie und Vertrauen beruht, wie die FAZ hier beschreibt. Der Wert der zu übernehmenden Dresdner Bank wurde von Analysten im September auf etwa 10 Mrd. Euro eingeschätzt. Ein gut geführte Commerzbank die einmal nicht mehr vom Blender Martin Blessing als Vorstand geleitet wird, hat nach den Finanzturbulenzen in wenigen Jahren wieder einen mehrfach höheren Wert. Insofern ist der zu geringe Anteil des Staates nichts anderes als ein verschwenderischer Verzicht auf höhe Verkaufserlöse, die der Fiskus später einstreichen könnte.

2 Gedanken zu „Staat vermasselt Commerzbank-Einstieg“

  1. Kampf wider der Commerzbank – Ein wahres Märchen
    Es war einmal……eine Bank aus dem fernen Frankfurt im Hessenland, eine Niederlassung inmitten der Salzgitterwüste und ein um sein gutes Recht gebrachter Kunde… Die Geschichte begann mit einem verlockenden und scheinbar seriösem Angebot der Commerz…

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