Entlassungen trotz Rekordgewinne

BMW, Henkel und Co entlassen  Mitarbeiter, obwohl es ihnen gut geht. Wie sollen die Menschen das verstehen? Probieren wir es doch einfach mal mit Marktwirtschaft! Durch asiatische Autobauer gerät BMW zunehmend unter Konkurrenz und Preisdruck. Warum sollten sich die Bürger ein teures deutsches Auto kaufen, wenn beispielsweise Kia mit dem neuen Ceed in europäischen Sicherheitstest seine Qualität mit herausragenden Ergebnissen unter Beweis stellt. Der Kia Magentis kann sicher nicht mit einem 7er BMW in Punkto Prestige mithalten. Das Preis-Leistungsverhältnis jedoch ist kaum schlagbar. Da kann BMW aktuell noch so hohe Rekordgewinne ausweisen. Sollen die BMW-Manager abwarten, bis durch diese immer stärkere Konkurrenz der Konzernbestand gefährdet ist?

Wie die Arbeitsmarktdaten der letzten Monate zeigen, entstehen trotz der Konjunkturdelle überall neue Jobs. An der einen Stelle werden nicht zuletzt durch den technologischen Fortschritt Arbeitsplätze abgebaut; an der anderen Stelle wieder welche –  oft gerade wegen des technologischen Fortschritts – angeboten.

Bleiben dabei einzelne Menschen, die wegen ihrer Familie oder aus anderen Gründen nicht so mobil sind und nicht sofort einen neuen Job finden, auf der Strecke, muss rechtzeitig der Staat eingreifen. Dieser (Sozial-)Staat hat nur solange die dazu notwendige Finanzkraft, wie die Wirtschaft innovativ und produktiv bleibt. Steuergelder fallen nicht vom Himmel, sondern werden letztlich nur in den produktiven Wirtschaftszweigen erarbeitet. Von dort wandern sie in den Sozialstaats-, sozialen Dienstleistungs-, Vergnügungs- und Kultur- sowie Mediensektor. Abgrenzungen zwischen diesen Sektoren sind dabei schwer zu ziehen.

Doch unsere Grundbedürfnisse werden zuerst von der Nahrungsmittelindustrie und dem Handwerk wie auch der Haushaltsgüterindustrie befriedigt. Darüber sollten auch Medien- und Kulturschaffende nachdenken, bevor sie leider notwendige Entlassungen manches Mal zu harsch geiseln. Sonst fehlt ihnen bald das Geld, um sich das von anderen produzierte Auto, eine  Waschmaschine und das Frühstücksbrötchen leisten zu können. Dass vielen Menschen diese Zusammenhänge nicht mehr deutlich bewusst sind, sollten sich Bildungspolitiker bei der nächsten Erstellung eines (Wirtschafts-)Lehrplans für die Schule einmal klar machen.