Endspurt in Polen – Wahlen in Warschau

Polens Wähler bestimmen heute in einer wichtigen Wahl, wie die zukünftige politische Landschaft in Polen aussehen wird und in welche Richtung das Land und seine Gesellschaft sich in den nächsten Jahren bewegen werden.

In wenigen Minuten könnten bereits die ersten Zahlen der Wahlergebnisse durch die Meinungsforschungsinstitute veröffentlicht werden.

Die abschließenden Reklamespots der beiden Hauptkonkurrenten zeigen ihre grundsätzliche politische Ausrichtung:

Die liberale PO setzt auf weiteren wirtschaftlichen Aufschwung und auf Wohstandssteigerung und prangert eine ihrer Meinung nach zu extreme Sicherheits- und Innenpolitik der Regierungspartei PiS an und die damit angeblich verbundene Einschränkung der bürgerlichen Rechte.

Dagegen warnt die regierende PiS vor einer drohende Wirtschaftsliberalisierung zum Nachteil der einfachen Menschen. Den „Geschäftemachereien“ der Wirtschaftsmagnaten und der Korruption will sie einen Riegel vorschieben.

Hier folgt die Übersetzung der letzten Wahlkampfspots vor der gesetzlichen Wahlkampfruhe.

PO:

In Polen gibt es immer wieder Wunder. Solche waren die Wahl des Papstes oder die Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc. Wenn also jemand behauptet, es gebe keine Wunder, der kennt unsere Geschichte nicht. Und die Wiedererlangung unserer Unabhängigkeit (1989).

Wir glauben, an ein Wunder wie es in Irland und Spanien geschehen ist, ein Wirtschaftswunder. Es zeigt sich nicht dadurch, dass ein Minister in statistischen Darstellungen irgendwelche schöne Graphiken vorzeigt, sondern dadurch dass es den Menschen besser geht, sie besser leben können; damit sie Geld für Arzneimittel und für Urlaub haben und alles, was für sie wichtig ist. Krankenschwestern, Ärzte und Lehrer sollen für ihre wertvolle Arbeit ordentliches Gehalt bekommen. Ein solches Wirtschaftswunder zeigt sich im Bau neuer Straßen und Autobahnen sowie neuer Fussballstadien (Euro 2012). PiS ist dazu nicht in der Lage. Diese Partei beschäftigt sich nur mit der Korruptionsverfolgung, Verbrecherjagd und der Suche nach Schuldigen.

Deshalb werden sie übermorgen nicht darüber entscheiden, wer in Polen regiert, sondern darüber, ob es sich in Zukunft in unserem Land besser leben lässt.

PiS:

Donald Tusk hat behauptet, Unternehmen sind klein oder nichts wert und werden deshalb zu Spottpreisen aufgekauft.

Donald Tusk das ist ein Radikalliberaler, der die öffentlichen Krankenhäuser privatisieren will. Wenn die Liberalen regieren, zählt der normale Bürger nichts mehr. Polen verloren ihre Arbeit. Unsere Bauern sind zu Armut und Erniedrigung verurteilt (Ein Bauer schärft bei der Arbeit auf der Wiese seine Sense). Die Liberalen wollen zurückkommen (in einer stürmenden Gewitternach, dunkle Gestalten schlagen bedrohlich und hektisch an die Glastür des Hauses, man hört Glas zersplittern). Warum? Nun sprechen zwei bekannte „dunkle“ Geschäftemacher aus früheren Wahlkampfspots von PiS den Wahlkampfslogan der liberalen Oppsotionspartei PO aus: „Damit wir besser leben“

Jetzt meldet sich der eingeblendete Premier Jaroslaw Kaczynski (mit den eingeblendetem Untertitel „Wirksam und ehrlich“) zu Wort: „Polen kann sich nicht wieder irgendwelche liberale Experimente leisten. Deshalb bitte ich Sie um Ihre Unterstützung für unsere Partei „Recht und Gerechtigkeit“.

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